Verlag:Aufbau
Aufbau, am 16. August 1945 in Berlin gegründet, war der große belletristische Verlag der DDR und ist einer der wenigen ostdeutschen Häuser, die den Umbruch überlebt haben. Johannes R. Becher und der Kulturbund gaben den Anstoß; Anna Seghers, Lion Feuchtwanger, Bertolt Brecht in der Ausgabe des Ostens. Seit 2008 gehören die Aufbau Verlage der Familie Koch und einer Stiftung; Sitz ist das Aufbau Haus am Moritzplatz.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Drei Monate nach der Kapitulation entstand Aufbau als Lizenzverlag der geistigen Erneuerung, rasch der größte literarische Verlag der sowjetischen Zone und der DDR. Der Umweg ist die Staatlichkeit: Exilliteratur und Humanismus ja, Dissidenz nur in den Ritzen. 1990 kaufte Bernd F. Lunkewitz, 2008 kam die Insolvenz nach dem Streit mit der Treuhand; die Familie Koch rettete den Namen. Aus dem Staatsverlag wurde ein unabhängiges Berliner Haus mit mehreren Marken, darunter Rütten & Loening und die Andere Bibliothek. Die Herkunft bleibt sichtbar, ohne dass jedes neue Buch sie tragen muss.
Werke und Autoren
Seghers’ Das siebte Kreuz und Transit, Feuchtwangers Die Geschwister Oppermann, Jud Süß, Erfolg und Die Jüdin von Toledo, Hans Falladas Der Trinker, Wolf unter Wölfen und Bauern, Bonzen und Bomben, Bruno Apitz’ Nackt unter Wölfen, Hermann Kants Die Aula – das ist der Bestand, den Aufbau durch die Teilung gehalten oder nach 1990 neu gefasst hat. Ostprosa, Exil, der große Berlinroman der zwanziger Jahre: das Haus bewahrt, was der Westen nicht zuerst wollte, und nimmt heute Debüt und Weltliteratur hinzu. Es ist kein Nostalgieverlag; es ist der Ort, an dem die andere deutsche Literaturgeschichte lesbar bleibt.
Ausrichtung
Aufbau will Erzählung mit Haltung, ohne Parteiverlag zu bleiben. Das Gründungspathos – Humanismus nach der Katastrophe – wirkt nach, in anderer Sprache. Berliner Gegenwart, vergessene Moderne, der Osten als Stoff nicht als Folklore. Der Vorwurf, das Haus habe in der DDR zu viel Staatslinie gehalten, ist die Wahrheit seiner Größe: ohne diese Linie wäre es nicht der größte belletristische Verlag gewesen; ohne den Bruch danach wäre es nicht mehr da. Die Stiftung soll Unabhängigkeit sichern, die das Eigentum der Treuhand nicht kannte.
Würdigung
Im deutschen Sprachraum ist Aufbau der Verlag, der beweist, dass ostdeutsche Literaturgeschichte kein Anhang ist. Seghers, Feuchtwanger, Fallada und die Lager- und Aufbauprosa haben hier ihre Daueradresse; nach 1990 hat das Haus den Namen gerettet, an dem sich die Teilung ablesen lässt. Wer nur Westverlage kennt, kennt die halbe deutsche Erzählung des zwanzigsten Jahrhunderts. Wer Aufbau nur als DDR-Haus abtut, hat Transit und das siebte Kreuz nicht gelesen.
Wichtigste verlegte Werke
Auswahl nach dem Jahr der Erstausgabe, soweit die Bookpedia den Titel führt:
- Jud Süß (1925)
- Erfolg (1930)
- Bauern, Bonzen und Bomben (1931)
- Die Geschwister Oppermann (1933)
- Wolf unter Wölfen (1937)
- Das siebte Kreuz (1942)
- Transit (1944)
- Der Trinker (1950)
- Die Jüdin von Toledo (1955)
- Nackt unter Wölfen (1958)
- Die Aula (1965)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.