Wolf unter Wölfen
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Wolf unter Wölfen |
| Autor(en): | Hans Fallada |
| Originaltitel: | Wolf unter Wölfen |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1937 |
| Schlagwörter: | Inflation, Berlin, Gut, 1923 |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Aufbau
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| Umfang dieser Ausgabe: | 1243 Seiten |
| ISBN: | 9783746627434 |
| Verweise | |
Wolf unter Wölfen ist der 1937 erschienene Roman von Hans Fallada über das Inflationsjahr 1923. Ein ehemaliger Leutnant, der vom Glücksspiel lebt, gerät vom Berliner Asphalt auf ein märkisches Rittergut und wieder zurück; um ihn herum zerfällt Geld, Ehe und Staat. Fallada hat den Band unter den Augen der NS-Zensur geschrieben und trotzdem ein Panorama der Gier hingelegt, in dem niemand unbeschädigt bleibt. Der Titel greift den Satz auf, der Mensch sei dem Menschen ein Wolf. Nach Kleiner Mann – was nun? ist dies Falladas großes Gesellschaftsbuch der zwanziger Jahre, episch, dialogreich, ohne Predigt.
Inhalt
Wolfgang Pagel hat sich mit der verwitweten Mutter überworfen, verspielt in der Nacht vor der geplanten Hochzeit den Rest und lässt die Freundin Petra Ledig in Berlin zurück. Die Wirtin Thumann setzt Petra halbbekleidet auf die Straße; die Polizei nimmt sie fest. Pagel, abgebrannt, trifft den ehemaligen Vorgesetzten, Rittmeister von Prackwitz, und folgt ihm als Verwalter auf das Gut Neulohe. In Berlin rast die Mark gegen den Dollar; Fallada setzt Kapitel Zahlen voran, damit der Leser den Lohn und die Miete mitfallen sieht. Pagel sucht Geld und findet eine Welt, in der jeder den anderen frisst, ohne sich Feind zu nennen.
Auf Neulohe hält nichts mehr. Prackwitz weiß nicht, wie er die Ernte einbringen und dem Schwiegervater die Pacht zahlen soll; die Frau liebt weder Mann noch Vater und will doch den Schein wahren. Die fünfzehnjährige Tochter Violet hat ein Verhältnis mit dem Freikorpsleutnant Fritz, der einen Putsch plant, und wird vom Diener Hubert Räder erpresst. Inspektor Meier betrügt die Herrschaft; Sophie Kowalewski, Tochter des Leutevogts, hilft dem verlobten Zuchthäusler zur Flucht. Pagel, der in Berlin ein Spieler war, wird auf dem Gut nüchterner, während die anderen die Fassung verlieren. Er erfährt, dass Petra Arbeit hat und ein Kind von ihm erwartet. Die ländliche Ordnung bricht nicht durch eine große Schlacht, sondern durch Schuld, Geld und kleine Gemeinheiten.
Als Neulohe in der familiären Katastrophe endet, kehrt Pagel nach Berlin zurück, söhnt sich mit Petra und der Mutter aus und beginnt ein Studium. Der versöhnliche Schluss ist knapp bemessen und steht gegen hunderte Seiten, auf denen Güte selten und teuer ist. Fallada führt Dutzende Figuren, ohne sie zu Typen zu pressen: der Spekulant, der Offizier, die Schwangere im Polizeigewahrsam, der Pächter, der Diener. Die Stadt und das Gut antworten einander; Inflation ist kein Hintergrund, sondern der Takt, in dem Ehen, Löhne und Putsche rechnen. Pagel wird kein Heiliger, nur jemand, der aufhört, ausschließlich Wolf zu sein.
Einordnung
Fallada hat 1937 einen Zeitroman über 1923 vorgelegt, der die Republik nicht feiert und den Nationalsozialismus nicht lobt; die Zensur ließ ihn passieren, weil die Wölfe als moralisches Chaos der zwanziger Jahre lesbar waren. Heute liest man denselben Text als Studie der Gewalt, die aus Geldverfall und Demütigung wächst. Gegen den engen Fokus von Kleiner Mann – was nun? steht hier die Breite: Berlin und Gut, Spieler und Pächter, Freikorps und Zuchthaus. Der Fernsehvierteiler der DDR von 1964 mit Armin Mueller-Stahl war die erste solche Produktion, die auch im Westen lief; 2019 wurde der Stoff als Oper in Koblenz uraufgeführt.
In Falladas Werk steht der Band zwischen dem Ruhm der frühen dreißiger Jahre und dem späten Jeder stirbt für sich allein. Die Neue Sachlichkeit zählt wieder Löhne und Kurse, diesmal bis zur Unlesbarkeit der Scheine. Wer das Buch für einen bloßen Gutshofroman hält, hat die erste Hälfte in Berlin nicht gelesen; wer Pagel für den einzigen Wolf hält, hat Prackwitz, Meier und Räder übersehen. Nach diesem Roman ist 1923 bei Fallada kein Anekdotenjahr mehr, sondern die Schule, in der die Figuren lernen, einander zu fressen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
