Jud Süß

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Jud Süß
Autor(en): Lion Feuchtwanger
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 1925
Seitenanzahl: 540 Seiten
Originaltitel: Jud Süß
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3746656222
ISBN-13/

EAN-Code:

9783746656229
Schlagwörter: Hofjude, Macht, Württemberg, Assimilation
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Jud Süß ist der historische Roman von Lion Feuchtwanger, 1925 erschienen, der das Leben des württembergischen Hoffaktors Joseph Süß Oppenheimer erzählt. Ein jüdischer Finanzmann steigt am Hof des Herzogs Karl Alexander zur unsichtbaren Regierung auf, verliert die Tochter an die Nachstellung des Fürsten und richtet danach den Herrn zugrunde, der ihn gehalten hat. Feuchtwanger, selbst aus einer jüdischen Fabrikantenfamilie, hat den Stoff nicht als Heldenlied und nicht als Schmähschrift angelegt, sondern als Studie über Macht, Geld und die Grenze der Anpassung. Der Roman wurde ein internationaler Erfolg der zwanziger Jahre. Er ist von dem nationalsozialistischen Film gleichen Titels zu trennen, der den Namen stahl und die Richtung umkehrte.

Inhalt

Joseph Süß Oppenheimer trifft in Wildbad den kaiserlichen General Karl Alexander, der noch nicht Herzog ist und Geld braucht. Süß liefert beides: Kredit und Ergebenheit, und erträgt Demütigungen, die den Juden taufen sollen, als Preis des Aufstiegs. Als Karl Alexander nach dem Tod des Vorgängers Herzog von Württemberg wird, ernennt er Süß zum geheimen Finanzrat. Der Rat schafft Geld für Weiber, Soldaten und Glanz, setzt Steuern, Ämterkauf und die Ausschaltung der Landstände durch und wird der meistgehasste Mann im Herzogtum, weil der Fürst unsichtbar bleibt. Süß will Jude bleiben und dennoch Adel, Hofamt und den Platz vor aller Welt; den Glauben wechseln hält er für den billigen Weg. Die Tochter Naemi wächst verborgen bei Onkel Gabriel, einem kabbalistischen Rabbi, in einer Klause bei Hirsau auf, fern von Stuttgart, als Gegenbild zur Hofwelt.

Süß vermittelt dem Herzog Frauen, darunter Magdalen Sibylle, die Tochter des Prälaten Weißensee; der Vater, gedemütigt, sucht Vergeltung. Parallel rettet Süß den jüdischen Händler Jecheskel Seligmann Freudenthal in Eßlingen vor einem Ritualmordvorwurf, den die Stadt gegen die Stimmung im Land braucht, und gerät zwischen den Wunsch nach Adel und die Pflicht gegenüber der Gemeinde. Weißensee führt den Herzog zur versteckten Naemi. Karl Alexander dringt in das Haus ein; das Mädchen flieht auf das Dach und stürzt zu Tode. Süß nimmt die Beileidsbezeugung des Fürsten an, der die Schuld auf die weltfremde Erziehung schiebt, und beginnt von innen zu zerstören, was er aufgebaut hat. Er treibt den Herzog in den Plan eines katholischen Staatsstreichs gegen die protestantischen Stände, lässt sich eine Generalabsolution für alle Handlungen ausstellen und sorgt zugleich dafür, dass die Landschaft den Anschlag erfährt.

Der Umsturz scheitert; Karl Alexander stirbt an einem Steckfluss. Süß, der den Herrn tanzen ließ und es ihm vor dem Ende sagt, lässt sich verhaften, weil er weiß, dass das Land einen Schuldigen braucht. Die Untersuchungen finden keine Gesetzesbrüche, die die Urkunde nicht deckte; man konstruiert Unzucht, Münzverbrechen, Hochverrat. Bekehrung, Flucht und ein Lösegeld der jüdischen Gemeinden lehnt Süß ab. Regent Karl Rudolf unterschreibt das Todesurteil im Wissen um das Unrecht: Ein Jude zahle die Zeche für christliche Schelmen, und er schäme sich. Süß wird erhängt; Juden holen den Leichnam vom Galgen und begraben ihn nach dem Ritus. Der Roman schließt nicht mit einer Rehabilitierung durch die Geschichte, sondern mit dem Gebet und dem Satz von der Eitelkeit der Welt. Was bleibt, ist der Mann, der Macht wollte, ohne das Judentum abzulegen, und der am Ende beides verliert, außer der Weigerung, sich taufen zu lassen.

Einordnung

Feuchtwanger hat den Hofjuden des achtzehnten Jahrhunderts in die Assimilationsdebatte der Weimarer Jahre gestellt. Süß ist weder Unschuld noch Karikatur; er organisiert den Absolutismus, den das Land am Juden ahndet, und bewahrt in Naemi und Gabriel eine Gegenwelt, die er selbst nicht bewohnen kann. Die fünf Bücher – Fürsten, Volk, Juden, Herzog, Der Andere – schieben Hof, Landschaft und Gemeinde ineinander, bis der einzelne als Sündenbock übrig bleibt. Neben Die vierzig Tage des Musa Dagh von Franz Werfel gehört der Roman zu den großen historischen Erzählungen deutsch-jüdischer Autoren der Zwischenkriegszeit, näher am Machtkalkül als am Chor der Verfolgten. Die Sprache ist oft gedrängt und sinnlich; man hat sie gerühmt und als aufdringlich getadelt. Beides trifft.

1940 drehte Veit Harlan im Auftrag des Reichspropagandaministeriums den Film Jud Süß, der Feuchtwangers Titel nahm, die Richtung umkehrte und aus dem Roman über Macht und Sündenbock eine Hetze gegen Juden machte. Der Diebstahl des Namens hat das Buch lange verdunkelt; wer den Film für die Vorlage hält, hat Feuchtwanger nicht gelesen. Der Roman zeigt, wie ein Staat den Helfer opfert, sobald der Fürst tot ist, und wie das Volk den Juden an der Stelle des Herzogs erkennt. Wer nach 1925 über Hofjuden, Anpassung und den Preis des Aufstiegs spricht, spricht hinter diesem Buch; wer es mit Harlan in einen Satz zwingt, wiederholt den Raub.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.