Nackt unter Wölfen
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Nackt unter Wölfen |
| Autor(en): | Bruno Apitz |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Aufbau Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1958 |
| Seitenanzahl: | 586 Seiten |
| Originaltitel: | Nackt unter Wölfen |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3746630266 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783746630267 |
| Schlagwörter: | Buchenwald, Kind, Widerstand, Lager |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Nackt unter Wölfen ist der Roman von Bruno Apitz, 1958 im Mitteldeutschen Verlag erschienen, das auflagenstärkste erzählende Buch, das in der DDR entstand. Im Konzentrationslager Buchenwald verstecken Häftlinge 1945 ein kleines Kind und gefährden damit den organisierten Widerstand, der die Befreiung vorbereitet. Apitz, selbst von 1937 bis 1945 in Buchenwald, hat Figuren nach Mitgefangenen benannt und den Stoff mehrfach unter Aufsicht überarbeitet. Das Buch wurde in dreißig Sprachen übersetzt und dreimal verfilmt. Es erzählt Rettung und Verrat in den letzten Wochen vor der Ankunft der amerikanischen Armee.
Inhalt
Im Februar 1945 schmuggelt ein jüdischer Häftling ein etwa dreijähriges Kind in einem Koffer ins Lager Buchenwald. Das illegale Internationale Lagerkomitee, eine Widerstandsgruppe vor allem kommunistischer Häftlinge verschiedener Nationen, beschließt, das Kind mit einem Transport weiterzuschicken, weil seine Entdeckung die Organisation und Tausende gefährden würde. Höfel und Kropinski, die in der Effektenkammer arbeiten, führen den Beschluss nicht aus und verstecken den Jungen, zuerst in der Kleiderkammer, dann in einer Seuchenbaracke, später in einem Schweinekoben. Mehrere Häftlinge riskieren Folter und Tod, um das Kind zu halten. Höfel und Kropinski werden wochenlang schwer misshandelt und schweigen. Der Häftling Pippig stirbt an der Folter, ohne auszusagen. Rose wird aus Angst zum Verräter, Wurach zum Spitzel der SS.
Die SS-Leute erscheinen als Typen der Endphase: Schwahl will die Häftlinge auf den Todesmarsch nach Dachau schicken und Spuren tilgen, Kluttig will alle töten, Reineboth sich den neuen Verhältnissen anpassen, Mandrak, genannt Mandrill, noch einmal morden, Zweiling schwankt zwischen Angst vor den Häftlingen und vor den eigenen Leuten. Wurach setzt eine Todesliste mit sechsundvierzig Namen auf. Das Komitee versteckt die Gesuchten. Der Lagerälteste Krämer, den die SS für den Kopf der Organisation hält, ohne dass er es ist, trägt die Last der Achtung unter den Häftlingen. Das Komitee muss zwischen dem Schutz des Einzelnen und der Verantwortung für fünfzigtausend Menschen wählen. Die ersten Märsche lassen sich nicht verhindern.
Als die Front nahe ist, befreien die Häftlinge das Lager mit Waffen, die sie gebaut oder eingeschmuggelt haben. Sie holen Höfel und Kropinski aus dem Bunker und das Kind aus dem Versteck. Der Roman schließt mit der Selbstbefreiung, die in der DDR zum Gründungsbild von Buchenwald wurde. Der Junge hat ein Vorbild in Stefan Jerzy Zweig, dem sogenannten Buchenwaldkind; die Handlung verdichtet, verschiebt und lässt weg, was der Widerstand und die spätere Gedenkpolitik nicht brauchen konnten.
Einordnung
Apitz hat kein Zeugnis geschrieben, sondern einen Roman, der Menschlichkeit gegen Lagerordnung und Parteidisziplin stellt – und beides zugleich rühmt. Das Kind zwingt die Organisation, das Gebot des Überlebens der Vielen gegen das Gebot, ein Leben zu retten, abzuwägen; Höfel und Kropinski handeln gegen den Beschluss und werden als Helden erzählt. Die Shoah bleibt Rand: Das Kind ist jüdisch, das Lager ein politisches. Spätere Forschung, vor allem von Susanne Hantke, hat die Eingriffe von Komitee, Lektorat und Institutionen dokumentiert; die Neuausgabe von 2012 stellt den Text der Erstausgabe neben die gestrichenen Fassungen. Marcel Reich-Ranicki sah in dem Buch den Triumph einfacher Menschlichkeit; andere haben die Leerstelle der Judenvernichtung und die Heroisierung des kommunistischen Widerstands kritisiert.
Frank Beyers DEFA-Film von 1963 mit Erwin Geschonneck hat das Bild der Selbstbefreiung festgesetzt; 1960 gab es eine Fernsehfassung, 2015 eine Neuverfilmung nach dem unlektorierten Manuskript. Neben Jakob der Lügner gehört Nackt unter Wölfen zu den wenigen DDR-Romanen, die das Lager von innen erzählen, hier als Kollektiv, dort als Stimme. Wer nach Apitz über Buchenwald spricht, spricht hinter diesem Band; wer ihn für eine bloße Rettungsgeschichte hält, hat die Todesliste und die Bearbeitung nicht mitgedacht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
