Essay:Neuer Materialismus in acht Büchern
Dinge waren lange Träger. Seminare der Kultur- und Medienwissenschaft haben sie zu Mitspielern gemacht: Rhizom, Quasiobjekt, Cyborg, Ontologie, Intra-Aktion, lebhafte Materie, Pilz, Atlas. Dieser Essay nennt acht Bücher. Es ist keine Rangliste. Ein Verfasser steht nur mit einem Buch.
Die Nachbarschaft ist der Essay zum Anthropozän und zur Postmoderne. Hier zählt nicht die Epochentaufe, sondern die Weigerung, Materie für tot zu halten.
Deleuze und Guattari haben 1980 den Baum durch das Rhizom ersetzt. Wunsch schließt an, statt zu fehlen; der Staat kerbt, was flieht. Das Buch hat dem späteren Materialismus das Vokabular der Gefüge gegeben, oft ohne die Klinik. Wer nur Dinge feiert, hat die Kerbung übersprungen.
Latour seziert 1991 die Verfassung, die Menschen und Dinge reinlich trennt. Quasiobjekte entstehen dazwischen, je reiner die Trennung behauptet wird. Labor und Staat werden zu einem Gewebe von Akteuren. Wer Relativismus hört, hat die Ketten nicht nachgezeichnet.
Haraway setzt 1991 den Cyborg gegen reine Ursprünge in Natur wie in Technik. Situiertes Wissen statt Blick von nirgendwo. Das Manifest von 1985 steht in diesem Band; Unruhig bleiben ist die spätere Erde. Hier zählt die Mischung, die schon da ist.
Descola ordnet 2005 vier Weisen, das Seiende zu schneiden. Der Naturalismus des Westens ist eine Ontologie, kein Weltgesetz. Die ethnologische Wende bekommt ein Raster, das Latours Moderne vergleichbar macht. Wer nur Hybride kennt, unterschlägt die Systematik.
Barad macht 2007 aus Bohrs Messung eine Ontologie: Intra-Aktion, der Schnitt, der Welt und Wissen zugleich hervorbringt. Das deutsche Büchlein Agentieller Realismus ist nicht dieser Band. Wer Materie als Akteurin nimmt und den Apparat streicht, hat Barad nicht gelesen.
Bennett verlangt 2010 eine politische Ökologie der Dinge: Müll, Metall, Strom handeln mit. Vitaler Materialismus ohne Kinderglaube. Die Theorie kommt von der Straße, nicht aus dem Labor. Wer nur Spinoza kennt, unterschlägt den Stromkasten.
Tsing zeigt 2015, dass Zusammenarbeit über Artengrenzen im Handel stattfindet, nicht nur in der Ontologie. Der Matsutake wächst, wo Plantagen scheitern. Gegen die Glätte des neuen Materialismus setzt sie den Preis, den Geruch, das Feld.
Daston und Galison schreiben 2007 die Geschichte eines Blicks, der sich der Einmischung enthält und doch historisch bleibt. Atlanten, Fotografie, geschultes Urteil: Materie wird sichtbar, weil Tugenden sie schneiden. Wer nur Dinge feiert, unterschlägt das Auge, das sie zu Tatsachen macht.
Was diese acht zusammenhalten
Rhizom, Quasiobjekt, Cyborg, Ontologie, Intra-Aktion, lebhaftes Ding, Pilz, Atlas: der neue Materialismus ist eine Reihe gewesen, keine Stimmung zugunsten der Objekte. Die Kritik nennt das eine Entlastung der Verantwortung. Die Bücher selbst sind enger. Wer nach ihnen noch Subjekt gegen Stoff setzt, als wäre die Grenze klar, spricht hinter diesem Pfad.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.







