Die Neuerfindung der Natur
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Neuerfindung der Natur |
| Autor(en): | Donna Haraway |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Campus |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1991 |
| Seitenanzahl: | 237 Seiten |
| Originaltitel: | Simians, Cyborgs, and Women |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3593352419 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783593352411 |
| Schlagwörter: | Cyborg, Natur, Technik, Wissen |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kulturwissenschaft |
| Rezensionen | |
Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen ist die 1995 auf Deutsch erschienene Sammlung von Donna Haraway, im englischen Original 1991 als Simians, Cyborgs, and Women. Darin steht das Manifest von 1985, in dem sie das Mischwesen aus Organismus und Maschine Cyborg nennt.
Inhalt
Haraway liest die Primatenforschung und die Biologie des 20. Jahrhunderts als Erzählungen über Geschlecht, Herkunft und rassistische Zuschreibung. Labor und Feld stellen her, was sie als Natur ausgeben: die Frau als näher am Tier, der Mann als näher an der Kultur, der Cyborg als Traum des Militärs. Dagegen setzt sie keine reine Natur und keine reine Technik. Sie setzt die Lage, in der wir schon leben: Körper mit Apparaten, Identitäten mit Prothesen, Wissen, das von einem Ort kommt.
Das Manifest widerspricht einem Feminismus, der die Frau in der Göttin und im Ursprung rettet. Es widerspricht einer Linken, die die Maschine nur als Herrschaft denkt. Der Cyborg hat keine Unschuld und keinen Garten, aus dem er vertrieben wurde. Deshalb kann er Bündnisse schließen, die nicht auf Gleichheit der Herkunft beruhen. Situiertes Wissen heißt: Es gibt keinen Blick von nirgendwo. Wer so tut, als stünde er über dem Feld, wiederholt die Gottesposition der alten Wissenschaft.
Der Ton mischt Laborbericht, Polemik und Mythos, ohne den Witz zu scheuen. Genau das hat das Buch lesbar und verdächtig gemacht. Haraway schreibt keine Bedienungsanleitung für Maschinenmenschen. Sie schreibt eine politische Mythologie für Leute, die schon an Geräte angeschlossen sind und trotzdem über Herrschaft reden müssen. Die Natur, die der Titel neu erfindet, ist keine Idylle. Sie ist das Feld, auf dem Geschlecht hergestellt wird.
Einordnung
Nach 1985 hat kaum ein feministischer Text Technik und Körper so verschoben. Judith Butler hat das Geschlecht als wiederholte Tat gefasst; Haraway fasst den Körper als schon technische Verbindung. Die Kritik nennt das kalifornisch, zu verspielt, zu wenig Klasse und zu nah an der Rüstung, die sie denunziert. Silvia Federici hat später die Reproduktion materialistisch gegen solche Mischwesen gelesen. Geblieben ist das Wort Cyborg – oft als Kostüm, selten als die Warnung, die es war. Wer nach diesem Band Natur gegen Kultur setzt, als wäre die Grenze klar, spricht hinter Haraway.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
