Meeting the Universe Halfway

Karen Barad · 2007 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Meeting the Universe Halfway
Autor(en): Karen Barad
Originaltitel: Meeting the Universe Halfway
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2007
Schlagwörter: Intra-Aktion, Materie, Messung, Ethik
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Duke University Press


Umfang dieser Ausgabe: 524 Seiten
ISBN: 9780822339175
Verweise


Meeting the Universe Halfway. Quantum Physics and the Entanglement of Matter and Meaning ist das 2007 bei Duke erschienene Hauptwerk von Karen Barad. Dinge sind nicht erst da und wirken dann aufeinander; sie entstehen im Schnitt des Apparats. Der deutsche Titel des schmalen Suhrkamp-Bandes Agentieller Realismus von 2012 ist nicht dieses Buch, sondern ein Auszug.

Inhalt

Barad liest Niels Bohr gegen die Popularisierung, die Unschärfe zur Unwissenheit macht. Messen ist keine Abbildung einer fertigen Welt, sondern eine Intra-Aktion: Apparat und Objekt entstehen zusammen, und was ausgeschlossen wird, gehört zur Erscheinung. Phänomene, nicht Dinge an sich, sind das Wirkliche. Agentieller Realismus heißt: Handlungsmacht ist nicht Vorrecht des Subjekts; Materie ist nicht passiver Stoff. Ethik sitzt in jedem Schnitt, weil jeder Schnitt Welten öffnet und schließt. Die Quantenphysik liefert keine Metapher für Beliebigkeit; sie liefert eine Ontologie, in der Verantwortung nicht nachträglich zur Erkenntnis tritt.

Das Buch ist lang, technisch, mit Exkursen in die feministische Wissenschaftsforschung, zu Derrida, Foucault, ohne dass die Physik zur Staffage wird. Wer Barad nur als Verbündete Donna Haraways liest, unterschlägt Bohr. Wer nur Bohr kennt, unterschlägt, dass hier Ausschluss immer schon ethisch ist. Die Kulturwissenschaft hat den Band zum Kanon des neuen Materialismus gemacht, oft ohne die Gleichungen und oft in der Verwechslung mit dem deutschen Büchlein von 2012, das die These transportiert, nicht die Architektur. Die Gefahr ist der Jargon: Intra-Aktion als Schmuck jedes Textes, der Dinge ernst nehmen will. Barad insistiert auf Apparaten, nicht auf Stimmungen.

Die Rezeption in Seminaren der Medien-, Geschlechter- und Wissenschaftsforschung war schneller als in der Physik, die den Transfer oft für unzulässig hält. Die Kritik trifft, wo aus Quanten eine Lizenz wird, Kausalität zu streichen. Barad streicht sie nicht; sie situiert sie. Wer das Buch als Absage an Objektivität liest, hat die Pointe verkehrt: Objektivität wird zur Rechenschaft über den Schnitt, nicht zur Ansichtssache.

Einordnung

Ohne diesen Band bleibt der neue Materialismus eine Stimmung zugunsten der Dinge. Barad hat ihm das physikalischste – und anstrengendste – Fundament gegeben. Wer nach 2007 von Materie als Akteurin spricht, ohne den Apparat zu nennen, der sie schneidet, spricht hinter diesem Buch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.