Verlag:S. Fischer

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S. Fischer, 1886 in Berlin von Samuel Fischer gegründet, ist der Literaturverlag des deutschen Bildungsbürgertums, bevor es diesen Namen scheute. Thomas Mann, Alfred Döblin, Franz Kafka in der deutschen Ausgabe: das Haus hat die Moderne nicht nachträglich eingesammelt, sondern mitverlegt. Die Teilung von 1950, aus der Suhrkamp entstand, hat es nicht klein gemacht; es blieb die andere Adresse derselben Epoche.

Geschichte

Samuel Fischer holte Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal in ein Berliner Programm, das Naturalismus und Seelenanalyse nicht als Gegensatz führte. 1936 wurde das Haus „arisiert“; Gottfried Bermann Fischer ging nach Wien, Stockholm und New York, Peter Suhrkamp führte den deutschen Rest. Der Umweg ist das Exil: Fischer wurde ein Verlag der Emigration, der nach 1945 in Frankfurt neu anfing und die Rechte an Mann und am Kanon zurückholte. Seit 1963 gehört er zur Verlagsgruppe Holtzbrinck; das Fischer Taschenbuch hat die gebundene Tradition in die Breite getragen, ohne das Leinen ganz aufzugeben. S. Fischer ist heute das literarische Flaggschiff derselben Gruppe, in der auch Rowohlt steht.

Werke und Autoren

Buddenbrooks, Der Zauberberg und Der Tod in Venedig haben hier ihre deutsche Stammadresse; Döblins Berlin Alexanderplatz ebenso, auch wo spätere Taschenbücher woanders liegen. Max Horkheimer und Theodor W. Adorno veröffentlichten die Dialektik der Aufklärung bei Fischer, nicht bei Suhrkamp – ein Hinweis, dass die Kritische Theorie zwei Häuser hatte, bevor sie eines zu sein schien. W. G. Sebalds Austerlitz kam im Taschenbuch hier an; Daniel Kehlmann, Christian Kracht und Teile der neueren Erzählprosa haben das Haus nach der Klassikerpflege wieder an die Gegenwart gebunden. Kafka, Zweig, die Wiener Moderne: Fischer hält, was Samuel Fischer begonnen hat, und nimmt dazu, was der Markt der gebundenen Literatur noch trägt.

Ausrichtung

Fischer will Weltliteratur auf Deutsch und deutsche Literatur als Weltliteratur. Das Programm ist bürgerlicher als Suhrkamp, weniger theoriebesessen, genauer an Erzählung und Biographie; das Taschenbuch hat Sachbuch, Zeitgeschichte und den Kanon der ersten Hälfte des Jahrhunderts in die Breite gebracht. Es ist kein Haus der Avantgarde um jeden Preis und kein Unterhaltungsverlag. Die Spannung zwischen Samuel Fischers Berliner Moderne und dem heutigen Gruppenverlag bleibt: Qualität als Marke, nicht als Sekte.

Würdigung

Ohne S. Fischer gäbe es die deutsche literarische Moderne nicht in der Form, in der sie gelesen wird. Das Haus hat Mann und Döblin nicht nur gedruckt, sondern eine Leserschaft geschaffen, die den Roman als bürgerliche Institution verstand – und hat diese Institution durch Enteignung, Exil und Wiederaufbau gerettet. Im deutschen Sprachraum steht Fischer neben Suhrkamp als die ältere, weltläufigere Adresse derselben ernsthaften Literatur; wer nur eines der beiden Häuser kennt, kennt die Hälfte des Kanons.

Wichtigste verlegte Werke

Auswahl nach dem Jahr der Erstausgabe, soweit die Bookpedia den Titel führt:

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.