Der Untertan
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Untertan |
| Autor(en): | Heinrich Mann |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1916 |
| Seitenanzahl: | 480 Seiten |
| Originaltitel: | Der Untertan |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3596136407 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596136407 |
| Schlagwörter: | Kaiserreich, Autoritätsglaube, Satire, Bürgertum |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Der Untertan ist ein Roman von Heinrich Mann, den er 1914 kurz vor Kriegsbeginn abschloss und der 1916 zunächst nur in einem Privatdruck erscheinen konnte. Die Satire auf den wilhelminischen Machtmenschen wurde nach dem Ersten Weltkrieg zu einem großen Publikumserfolg.
Inhalt
Der Roman verfolgt den Lebensweg von Diederich Heßling aus der fiktiven Kleinstadt Netzig. Als ängstliches Kind lernt er früh, dass Prügel von oben hinzunehmen und nach unten weiterzugeben sind. In Schule, Studium und Burschenschaft verfeinert er dieses Prinzip: Vor Stärkeren macht er sich klein, Schwächere behandelt er mit der Härte, die er selbst erfahren hat.
Nach dem Tod des Vaters übernimmt Heßling die Papierfabrik und beginnt, seine Heimatstadt nach seinem Verständnis von Ordnung zu formen. Er verrät Freunde, drängt eine Geliebte ab, heiratet nach Vermögen und nutzt Denunziation, Prozesse und Presse als Werkzeuge. Seine politische Waffe ist die Berufung auf Kaiser und Vaterland – ein Bekenntnis, das ihm bei jeder Wende neue Verbündete und wirtschaftliche Vorteile verschafft.
Höhepunkt seines Aufstiegs ist die Einweihung eines Kaiser-Wilhelm-Denkmals, bei der Heßling als Festredner das nationale Pathos beschwört. Während er spricht, zieht ein Gewitter auf und die Feier löst sich auf; im nahen Haus liegt der alte Demokrat Buck im Sterben, mit dem eine ganze liberale Generation abtritt. Der Triumph des Untertanen fällt so mit dem Bild eines Landes zusammen, das auf die Katastrophe zusteuert.
Einordnung
Heinrich Mann seziert weniger einen Einzelfall als einen Sozialtypus: den Machtanbeter, der Gehorsam mit Überzeugung verwechselt. Kurt Tucholsky nannte das Buch ein „Herbarium des deutschen Mannes“. Der Roman gehört zu den schärfsten Zeitdiagnosen des Kaiserreichs und wurde 1951 von Wolfgang Staudte verfilmt.