Joseph und seine Brüder
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Joseph und seine Brüder |
| Autor(en): | Thomas Mann |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1933 |
| Seitenanzahl: | 720 Seiten |
| Originaltitel: | Joseph und seine Brüder |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3596904080 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596904082 |
| Schlagwörter: | Bibel, Ägypten, Mythos, Brüder |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Joseph und seine Brüder ist die Roman-Tetralogie von Thomas Mann, deren erster Band Die Geschichten Jaakobs 1933 bei S. Fischer erschien; es folgten Der junge Joseph (1934), Joseph in Ägypten (1936) und Joseph der Ernährer (1943). Mann schrieb das Werk über ein Jahrzehnt, von München in die Schweizer und amerikanische Emigration, gegen den Mythos der Nationalsozialisten und mit ihm, indem er den Mythos humanisierte. Die Vorlage ist die Josephsgeschichte der hebräischen Bibel; Mann dehnt sie zur langen Dauer der Väter, der Gruben und der Höfe. Der Vorspruch »Höllenfahrt« senkt den Leser in den Brunnen der Zeiten. Neben den Buddenbrooks und dem Zauberberg ist es sein umfangreichstes Erzählen.
Inhalt
Der erste Band gilt Jaakob, dem Listenreichen, seiner Liebe zu Rahel, dem Streit mit Esau, den Frauen Lea und Bilha, den Söhnen, die schon auf den Verrat warten. Joseph, der Liebling im bunten Rock, träumt sich über die Brüder und erzählt die Träume, als wären sie Amt. Die Brüder werfen ihn in die Grube bei Dothan und verkaufen ihn an Ismaeliter; dem Vater bringen sie den Rock, in Blut getaucht. Mann erzählt das nicht als Knappheit der Schrift, sondern als Psychologie des Segens: Wer gesegnet ist, reizt, und wer reizt, fällt. Der junge Joseph bleibt redselig, schön, ein Künstler des Ich, noch bevor Ägypten ihn braucht.
In Ägypten dient Joseph dem Kämmerer Potiphar, einem Verschnittenen am Hof. Dessen Frau Mut-em-enet verliebt sich in den Hebräer; Mann gibt ihr eine lange, ernsthafte Leidenschaft, keine bloße Falle. Joseph weist sie ab, landet im Kerker, deutet dort die Träume der Beamten und endlich die des Pharao Amenhotep, in Manns Fassung ein königlicher Schwärmer der Sonne. Joseph steigt auf zum Ernährer, legt Speicher an, heiratet Asnath, lenkt die Hungersnot. Die Brüder kommen um Korn, erkennen ihn nicht, werden von ihm geprüft, beschuldigt, bewirtet. Benjamin, der jüngste, ist das Pfand.
Die Wiedererkennung ist weinerlich und politisch: Joseph gibt sich zu erkennen, Jaakob kommt nach Ägypten, der Segen geht weiter, das Volk bleibt. Mann schließt nicht mit der Exodus-Tragödie, sondern mit der Versöhnung und mit Jaakobs Tod, dem letzten großen Segen über die Söhne. Joseph hat den Fall in der Grube in Herrschaft übersetzt, ohne den Brüdern den Untergang zu wünschen. Die Tetralogie ist reich an Abschweifungen über Mond, Zählung, Theologie, ägyptische Verwaltung. Wer nur die Schrift kennt, findet hier die Fülle; wer nur die Fülle sucht, findet immer noch die Grube.
Einordnung
Mann hat den biblischen Stoff gegen die Blut-und-Boden-Mythologie seiner Zeit gestellt: ein jüdischer Held, ein heiterer Ernst, Gelehrsamkeit als Form der Humanität. Die Nationalsozialisten konnten damit nichts anfangen; das Buch ist ein Werk des Exils, auch wo es noch in Deutschland begann. Jan Assmann und andere haben später die Ägyptenkenntnis gewürdigt und korrigiert; der Roman bleibt Dichtung, nicht Handbuch. Neben dem Doktor Faustus ist Joseph das Gegenbild: hier der Segen, dort der Pakt, hier die Ironie, die rettet, dort die, die nicht mehr reicht.
Die Länge hat Leser immer getrennt, und die Trennung gehört zum Werk, das Zeit verlangt wie die Schrift sie nicht verlangt. Manche sehen das größte deutsche Erzählwerk des Jahrhunderts, andere eine geschwätzige Nacherzählung. Beides trifft etwas: Manns Witz braucht Luft, und die Schrift braucht sie nicht. Fischer hält den Text in Taschenbuchbänden nach der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe. Wer nach 1933 über Mythos und Aufklärung im Roman spricht, kommt an Josephs Grube nicht vorbei. Der Liebling, der fällt und steigt, ist eine Künstlerfigur, die diesmal nicht stirbt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
