Verlag:Rowohlt
Rowohlt, 1908 von Ernst Rowohlt in Leipzig gegründet, hat der deutschen Literatur den Ton der Straße und dem deutschen Lesen das Taschenbuch gegeben. rororo, 1950 von Heinrich Maria Ledig-Rowohlt durchgesetzt, machte den preiswerten Umschlag zur Kulturtechnik; Hans Fallada, Kurt Tucholsky und die amerikanische Erzählprosa kamen hier in deutsche Hände. Das Haus steht für Tempo, Übersetzung und eine Moderne, die nicht nur den Seminarraum meint.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Ernst Rowohlt verlegte Expressionismus, Reportage und die neue Sachlichkeit, ging insolvent, gründete neu in Berlin und wurde 1938 aus dem eigenen Haus gedrängt. Der Umweg ist das Taschenbuch nach 1945: Ledig-Rowohlt brachte das rot-weiße rororo, gedruckt in hoher Auflage auf Rotationsmaschinen, und veränderte, was eine Buchhandlung lagern konnte. Rowohlt wurde der Verlag der übersetzten Gegenwart – Hemingway, Sartre, Beauvoir – und der deutschen Autoren, die den Adenauerstaat nicht schonen wollten. Seit den sechziger Jahren gehört das Haus zu Holtzbrinck, neben S. Fischer; Rowohlt Berlin hat später die Hauptstadt als zweiten Ort dazugenommen. Die Gruppe hat das Tempo nicht ganz genommen, aber die Eigenständigkeit der Marke begrenzt.
Werke und Autoren
Falladas Der Trinker, Wolf unter Wölfen und Bauern, Bonzen und Bomben gehören in diese Geschichte, auch wo einzelne Titel später bei Aufbau liegen; Rowohlt hat Fallada nach 1945 wieder lesbar gemacht. Erich Fromms Die Kunst des Liebens, Beauvoirs Das andere Geschlecht, Sartres Das Sein und das Nichts – die deutsche Nachkriegsdebatte über Freiheit, Geschlecht und Engagement lief über dieses Taschenbuch. Hemingways Der alte Mann und das Meer, Salingers Der Fänger im Roggen, Houellebecqs frühe Ausweitung der Kampfzone in der Rowohlt-Übersetzung: das Haus holt, was draußen schon wirkt, und gibt ihm ein deutsches Tempo. Zeitdiagnose, Reportage, der amerikanische Roman – nicht die Werkausgabe, sondern die Ausgabe, die man in der Bahn liest.
Ausrichtung
Rowohlt will gelesen werden, nicht bewundert. Das Programm mischt Literatur, Streitschrift und das Buch, das eine Debatte anzettelt; es hat weniger Scheu vor der Auflage als Suhrkamp und weniger Pietät vor dem Leinen als Fischer. Übersetzung ist hier keine Pflichtübung, sondern der Kern: ohne Rowohlt wäre die westdeutsche Nachkriegsmoderne ärmer an amerikanischen und französischen Stimmen. Der Vorwurf, das Haus sei journalistischer als verlegerisch, trifft eine Stärke: es hat den Feuilletontext zwischen zwei Deckel gebracht, bevor andere das Sachbuch erfanden.
Würdigung
Im deutschen Sprachraum ist Rowohlt der Verlag, der das Buch dem Massenlesen geöffnet hat, ohne es ganz dem Heftroman zu überlassen. rororo hat eine Generation das Lesen als Alltagsgeste gelehrt; Fallada, Tucholsky und die übersetzte Moderne haben ihm den Inhalt gegeben. Wer nur die Taschenbuchrevolution zählt, unterschlägt die literarische Witterung Ernst Rowohlts. Wer nur die literarische Witterung zählt, unterschlägt, dass ohne den billigen Umschlag diese Witterung eine Minderheit geblieben wäre.
Wichtigste verlegte Werke
Auswahl nach dem Jahr der Erstausgabe, soweit die Bookpedia den Titel führt:
- Bauern, Bonzen und Bomben (1931)
- Kleiner Mann – was nun? (1932)
- Mephisto (1936)
- Wolf unter Wölfen (1937)
- Das Sein und das Nichts (1943)
- Die Pest (1947)
- Das andere Geschlecht (1949)
- Der Trinker (1950)
- Der Fänger im Roggen (1951)
- Der alte Mann und das Meer (1952)
- Die Kunst des Liebens (1956)
- Die Klavierspielerin (1983)
- Ausweitung der Kampfzone (1994)
- Tschick (2010)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.