Verlag:Diogenes
Diogenes, 1952 in Zürich von Daniel Keel gegründet, ist der große unabhängige Literaturverlag der Schweiz und einer der letzten seiner Art in Europa. Cartoons am Anfang, dann Friedrich Dürrenmatt, Patricia Highsmith, Patrick Süskind; das gelbe Reihenschild und die Zeichnung auf dem Umschlag wurden selbst ein Lesezeichen. Seit 2012 führt Philipp Keel das Haus seines Vaters, seit 2019 als alleiniger Eigentümer.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Keel begann mit Ronald Searle und einem Vorwort Dürrenmatts; 1954 kam der Schulfreund Rudolf C. Bettschart dazu und blieb bis zu seinem Tod der kaufmännische Teil. Der Umweg ist Zürich: ein Verlag außerhalb der Frankfurter Ordnung, der Kriminalroman, Weltliteratur und Humor nicht als Stufen einer Leiter behandelte. Highsmith, Simenon, John Irving, später Bernhard Schlink, Martin Suter, Benedict Wells – Diogenes baute einen Katalog, den man am Rücken erkennt. Daniel Keel starb 2011; der Sohn hat die Unabhängigkeit gehalten, gegen Angebote, die andere Häuser längst angenommen haben.
Werke und Autoren
Dürrenmatts Der Richter und sein Henker und Der Besuch der alten Dame gehören in dieses Programm, auch wo Schulausgaben bei Reclam stehen: die Schweizer Komödie als Welthaus. Süskinds Das Parfum wurde der deutsche Verkaufserfolg, der das Haus über die Kriminalliteratur hinaus bekannt machte; Schlinks Der Vorleser ebenso. Highsmiths Der talentierte Mr. Ripley, Paulo Coelhos Der Alchimist, Carson McCullers’ Das Herz ist ein einsamer Jäger, B. Traven mit dem Totenschiff – Diogenes hält Erzählung, die man verschlingt, und Klassiker, die dasselbe Format tragen. Cartoons und Kinderbuch bleiben im Haus, ohne das literarische Programm zu entschuldigen.
Ausrichtung
Diogenes will Literatur, die gelesen wird, in einer Ausstattung, die man behält. Kein Theorieverlag, kein Parteihaus, kein Taschenbuch als Hauptgeschäft – lange Zeit das Gegenteil: gebundene Bücher, einheitliches Gesicht, der Kriminalroman als Kunst nicht als Ware zweiter Klasse. Zürich gibt Distanz zu den deutschen Gruppen; Unabhängigkeit ist hier nicht Pose, sondern Eigentum. Der Vorwurf der Glätte trifft Umschlag und Auswahl: Diogenes hat selten das Unleserliche gesucht und oft das Genaueste im Unterhaltsamen gefunden.
Würdigung
Im deutschen Sprachraum ist Diogenes der Schweizer Gegenentwurf zur Frankfurter Verlagsmacht: unabhängig, erzählend, erkennbar. Dürrenmatt, Highsmith, Süskind und Schlink haben hier eine Form bekommen, die das Lesen als Vergnügen nicht versteckt. Wer nur die gelben Rücken kennt, kennt schon viel; wer sie für bloße Unterhaltung hält, hat den Richter, das Parfum und den Vorleser nicht gelesen.
Wichtigste verlegte Werke
Auswahl nach dem Jahr der Erstausgabe, soweit die Bookpedia den Titel führt:
- Essais (1580)
- Das Totenschiff (1926)
- Schall und Wahn (1929)
- Das Herz ist ein einsamer Jäger (1940)
- Der Richter und sein Henker (1952)
- Fahrenheit 451 (1953)
- Der talentierte Mr. Ripley (1955)
- Der Besuch der alten Dame (1956)
- Die Physiker (1962)
- Der Vater eines Mörders (1980)
- Das Parfum (1985)
- Der Alchimist (1988)
- Owen Meany (1989)
- Der Vorleser (1995)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.