Das Totenschiff
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Das Totenschiff |
| Autor(en): | B. Traven |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Diogenes |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1926 |
| Seitenanzahl: | 416 Seiten |
| Originaltitel: | Das Totenschiff |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3257248423 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783257248425 |
| Schlagwörter: | Seeleute, Papiere, Ausbeutung, Meer |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Das Totenschiff ist ein Roman von B. Traven, 1926 in der Büchergilde Gutenberg erschienen, mit dem Untertitel Die Geschichte eines amerikanischen Seemanns. Traven hatte den Stoff zuerst englisch geschrieben und brachte ihn auf Deutsch heraus. Das Buch handelt nicht vom Abenteuer der Fahrt, sondern vom Recht: Wer keine Papiere hat, ist für den Staat niemand. Nach dem Ersten Weltkrieg werfen neue Grenzen und Ausweise Leute aus jeder Zugehörigkeit. Es wurde Travens bekanntestes Buch in Deutschland und bleibt das schärfste, das er über Flagge, Konsulat und Heuer geschrieben hat.
Inhalt
Der amerikanische Seemann Gales verpasst nach einem Landgang in Antwerpen sein Schiff, die Tuscaloosa. Die Seemannskarte ist an Bord geblieben, und ohne dieses Blatt gilt er in keinem Amt als geboren. Konsuln in Paris und anderswo erklären ihm höflich, dass sie einem Mann ohne Urkunde nicht helfen können. Er wird über Grenzen abgeschoben, von Belgien in die Niederlande, nach Frankreich, Spanien und Portugal, nirgends geduldet und nirgends zuständig. Die Irrfahrt macht aus einem Lohnarbeiter einen Staatenlosen. Gales versteht, dass der Staat den Menschen nur als Nummer kennt und den Unnummerierten fallenlässt.
In Barcelona muss er auf dem heruntergekommenen Dampfer Yorikke anheuern, einem Schiff für Leute, die niemand mehr an Land lässt. Die Mannschaft besteht aus Männern ohne Papiere, lebendigen Toten, die der Kapitän nicht abmustern kann, weil kein Hafen die Abmusterung bestätigt. Offiziell geht die Fahrt nach Liverpool, tatsächlich schmuggelt das Schiff Waffen über das Mittelmeer und den nahen Atlantik. Gales findet in Stanislaw Koslowski aus Posen den einzigen Freund: Nach dem Krieg hat weder Deutschland noch Polen ihn als Bürger genommen. Über dem Mannschaftsraum steht eine Inschrift, die an Dantes Hölle erinnert: Wer hier eingeht, dessen Name und Sein sind ausgelöscht. Die Heuer ist gering, die Arbeit roh, das Quartier älter als die sieben Jungfrauen der Schrift.
Bei einem Landgang in Dakar werden Gales und Stanislaw auf die Empress of Madagascar gezwungen, ein vergleichsweise neues Schiff, das die versprochene Maschinenleistung nicht bringt. Die Eigner haben es schon zweimal für die Versicherung auf Grund setzen wollen; der dritte Versuch gelingt. Stanislaw ertrinkt, gemustert vom „Großen Kapitän“ für die letzte Fahrt. Gales treibt erschöpft auf einem Stück Kajütenwand im Meer, von Erscheinungen gejagt. Ob er überlebt, sagt der Roman nicht; Traven hat die Auskunft später verweigert. Wer erzähle, so der Wink, lebe wohl auch. Die See nimmt die Ausweise nicht entgegen, und der Schluss lässt den Erzähler genau so ungesichert, wie der Staat ihn gemacht hat.
Einordnung
Traven hat aus der Seemannsgeschichte eine Anklage gegen den Ausweis gemacht. Die Freiheit, von der die Sieger des Krieges sprachen, erscheint als Mauer um das feste Land: drinnen das Zuchthaus der Nummerierten, draußen das Totenschiff. Der Ton ist sarkastisch, voller seemännischer Redensarten und biblischer Spottbilder, näher bei Georg Büchner und bei Max Stirner als bei der Abenteuerliteratur, in die man Traven oft gestellt hat. Neben Balzacs menschlicher Komödie und Dantes Göttlicher Komödie steht hier die Komödie der Staatenlosen. Paul aus Mülhausen und Kurt aus Memel sterben auf der Yorikke denselben Tod aus falscher Grenze.
Das Buch wirkte in der Weimarer Republik als Sozialroman der Büchergilde und blieb nach 1945 lesbar, weil die Papiere nicht verschwunden waren. Georg Tressler verfilmte den Stoff 1959 mit Horst Buchholz und Mario Adorf, näher am Abenteuer als am Konsulat. Hörspiele der Nachkriegszeit holten Gales in den Rundfunk, später gab es ein Musical und eine Oper. Die Figur kehrt in Travens Werk wieder, ohne Vornamen, ein Erzähler, der überall arbeiten und nirgends bleiben darf. Wer nach 1926 über Ausbeutung auf See spricht, kommt an der Yorikke nicht vorbei.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
