Das Herz ist ein einsamer Jäger
| Daten zum Buch | |
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| Deutscher Titel: | Das Herz ist ein einsamer Jäger |
| Autor(en): | Carson McCullers |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Diogenes |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1940 |
| Seitenanzahl: | 592 Seiten |
| Originaltitel: | The Heart Is a Lonely Hunter |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3257242247 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783257242249 |
| Schlagwörter: | Georgia, Stummheit, Außenseiter, Mühle |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Das Herz ist ein einsamer Jäger ist der 1940 erschienene erste Roman von Carson McCullers, geschrieben vor dem dreißigsten Lebensjahr, und das Porträt einer kleinen Stadt in Georgia, in der Einsame einem taubstummen Mann ihre Seelen aufladen. Der englische Titel The Heart Is a Lonely Hunter stammt aus einem Gedicht und meint kein Abenteuer, sondern die Jagd des Herzens nach einem Gegenüber, das nicht antworten kann. McCullers, aus Columbus in Georgia nach New York gegangen, hat den Südstaatenroman um die Stille erweitert: Die Baumwollmühle surrt, die Hitze steht, und verstehen tut am Ende niemand. Richard Wright hat das Buch als eines der wenigen gerühmt, die schwarze Figuren nicht als Kulisse behandeln. Es bleibt ihr bekanntestes Werk, neben der späteren Ballade vom traurigen Café.
Inhalt
John Singer ist taubstumm und lebt in einer Pension; sein Freund Spiros Antonapoulos, ebenfalls taub, wird in eine Anstalt eingewiesen, weil er stiehlt und isst, ohne Maß. Singer, der ihn geliebt hat wie sonst niemanden, bleibt zurück und wird zum Spiegel für vier Menschen, die ihm nach der Arbeit oder der Schule in sein Zimmer folgen und reden, obwohl er sie nur von den Lippen liest. Er nickt, weil Nicken die einzige Antwort ist, die man ihm lässt. Mick Kelly, zwölf, später dreizehn, aus einer verarmten Wirtsfamilie, hat den Kopf voll Musik, die sie nicht lernen kann, und baut im Innern eine Halle für Sinfonien, während zu Hause das Geld für Brot fehlt. Sie nimmt Singer als den Einzigen, der ihre Pläne nicht belächelt.
Jake Blount taucht betrunken auf, predigt die Revolution gegen die Mühlenbesitzer, prügelt sich und begreift nicht, warum die Arbeiter ihn nicht hören. Dr. Copeland, schwarzer Arzt, hat seine Kinder zu Würde und Bildung erzogen und muss zusehen, wie sie in Dienst und Wut geraten; er liest Spinoza, hasst Nachgiebigkeit und zerbricht an einem Leib, den die Tuberkulose und die Demütigung unter der Rassentrennung angreifen. Biff Brannon führt das Café New York, verliert die Frau, beobachtet Mick mit einer Zärtlichkeit, die er selbst nicht benennt, und hält den Laden offen, als sei Wachsein schon eine Form von Liebe. Singer hört ihnen zu, nickt, schreibt an Antonapoulos Briefe, die niemand beantwortet, und wird von jedem für einen Verbündeten gehalten, der er nicht ist.
Antonapoulos stirbt. Singer, der den einzigen Gesprächspartner verloren hat, tötet sich. Die vier anderen stehen ohne Altar da: Mick nimmt Arbeit in der Mühle, die Musik wird leiser; Blount zieht weiter; Copeland wird aufs Land geschickt, krank und unversöhnt; Biff wischt den Tresen und denkt über die Nacht nach. McCullers gibt keinem recht und keinem unrecht. Die Stadt bleibt, die Hitze bleibt, das Surren bleibt. Der Jäger hat nichts erlegt; die Herzen haben in Singer ein Gegenüber erfunden, weil ein schweigender Mensch sich leichter zum Gott machen lässt als ein redender. Genau das ist die Grausamkeit und die Genauigkeit des Buches.
Einordnung
McCullers hat den Roman der amerikanischen Südstaaten, den William Faulkner zum Labyrinth der Geschlechter gemacht hatte, auf eine Kammbesetzung gebracht: fünf Stimmen, ein stummer Mittelpunkt. Die Rassentrennung ist nicht Thema neben der Handlung, sie ist die Luft in Copelands Sprechstunde und in Micks Straße. Wrights Lob galt dieser Unbestechlichkeit. Gleichzeitig ist der Roman ein Buch über das Erwachsenwerden, das keine Freiheit liefert, sondern eine Stelle in der Mühle. Die Diogenes-Übersetzung von Susanna Rademacher hat den Text im Deutschen gehalten; neuere Leserinnen haben Micks Musikhunger als Künstlerinnengeschichte gelesen, die abbricht.
Die Verfilmung von 1968 mit Alan Arkin hat Singer ein Gesicht gegeben und die Stille verdünnt. Das Buch bleibt chorisch: Niemand ist Hauptfigur, sobald Singer tot ist, und vorher war er es nur als Missverständnis. Wer nach McCullers über Einsamkeit im Süden spricht, spricht hinter diesem Band; wer den Titel für Sentimentalität hält, hat den Selbstmord nicht gelesen, mit dem die Projektion endet. Das Herz jagt weiter, nur der Jäger, den es sich gewählt hatte, ist weg.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
