Verlag:Ullstein

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Ullstein, 1877 in Berlin von Leopold Ullstein als Zeitungs- und Buchhaus gegründet, war der große Verlag der Kaiserzeit und der Weimarer Republik: massenhaft, weltläufig, berlinisch. Propyläen wurde die literarische Marke; Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues erschien dort 1929. 1934 „arisiert“, nach 1945 neu aufgebaut, heute bei Bonnier – der Name ist geblieben, die Zeitungsgewalt nicht.

Geschichte

Leopold Ullstein kaufte Zeitungen und baute ein Haus, das Nachricht und Buch zusammenhielt; die Söhne machten daraus einen Konzern der Moderne. Der Umweg ist 1933: Enteignung, der Name als Hülle, das Exil der Familie. Nach dem Krieg kehrte Ullstein nach Berlin zurück, später nach München und wieder nach Berlin, durch Fusionen mit Heyne und anderen Marken, zuletzt unter Bonnier neben Piper. Propyläen hielt Biographie und Geschichte; das Taschenbuch hielt den großen Erzählstoff. Das Haus ist kein Zeitungskonzern mehr, sondern eine Verlagsmarke in einer nordischen Gruppe.

Werke und Autoren

Remarques Im Westen nichts Neues gehört in diese Geschichte, auch wo spätere Ausgaben bei Kiepenheuer & Witsch liegen. In der Bookpedia hält Ullstein George Orwells 1984, Erich Fromms Die Kunst des Liebens, Irmgard Keuns Nach Mitternacht, Joachim Fests Hitler. Eine Biographie, den Kalten-Krieg-Roman von John le Carré, Françoise Sagans Bonjour Tristesse. Berlin, Weltpolitik, das Buch, das eine Debatte anzettelt und eine Auflage macht: das ist Ullstein geblieben, nachdem die Zeitung weg war. Es ist näher am Markt als Suhrkamp, näher an der Geschichte als Heyne.

Ausrichtung

Ullstein will das öffentliche Buch: Politik, Geschichte, der Roman, der gelesen wird. Keine Theoriereihe, keine gelbe Schulbibliothek – Berlin als Anspruch, auch wo der Sitz wechselt. Der Vorwurf der Breite trifft die Herkunft: ein Zeitungsverlag denkt in Auflagen. Die Stärke ist dieselbe: Ullstein hat den Ernst nicht den reinen Literaturhäusern überlassen und die Unterhaltung nicht den Heftverlagen.

Würdigung

Im deutschen Sprachraum ist Ullstein der Verlag der Berliner Moderne, der Enteignung und des Wiederanfangs – ein Name, an dem sich ablesen lässt, was ein jüdisches Haus im zwanzigsten Jahrhundert kosten konnte. Wer nur Bonnier hört, unterschlägt Leopold Ullstein und Propyläen. Wer nur die Taschenbücher kennt, unterschlägt, dass dasselbe Schild einmal die Stadt bedruckte. Berlin hat andere Verlage; diesen Namen hat es nicht zweimal.

Wichtigste verlegte Werke

Auswahl nach dem Jahr der Erstausgabe, soweit die Bookpedia den Titel führt:

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.