Unten am Fluss
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Unten am Fluss |
| Autor(en): | Richard Adams |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Ullstein |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1972 |
| Seitenanzahl: | 438 Seiten |
| Originaltitel: | Watership Down |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3548259375 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783548259376 |
| Schlagwörter: | Kaninchen, Flucht, Gemeinschaft, Tyrannei |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Unten am Fluss ist der 1972 in London erschienene erste Roman von Richard Adams, deutsch 1975 bei Ullstein in der Übersetzung von Egon Strohm; 2023 folgte eine Neuübertragung von Henning Ahrens. Der englische Titel nennt den Hügel Watership Down in Hampshire, auf dem die Flüchtlinge ihren Bau gründen; alle Schauplätze existierten. Adams erzählt keine Kinderfabel mit Kleidern und Teekannen, sondern das Epos einer Gruppe Wildkaninchen, die Körper, Instinkt und eine eigene Mythologie haben. Weltweit sind über fünfzig Millionen Exemplare verkauft. Wer ein Bilderbuch erwartet, trifft Gewalt, Totale Herrschaft und den Tod als Alltag der Beute.
Inhalt
Der schmächtige Fiver warnt den Bruder Hazel vor der Zerstörung des Sandleford-Geheges; das Oberkaninchen Threarah weist sie ab. Hazel bricht mit neun Unzufriedenen auf, darunter dem Owsla-Kämpfer Bigwig, dem klugen Blackberry und dem schwachen Pipkin. Sie überqueren den Enborne auf einem Floß, durchqueren offene Heide und geraten in das wohlgenährte Gehege um Cowslip, dessen Bewohner sich an den Menschen verkauft haben: Futter und Schutz gegen Drahtschlingen. Fiver durchschaut den Pakt; Bigwig hängt fast in der Schlinge. Die Gruppe zieht weiter zum Watership Down, den Fiver als Heimat gesehen hat. Strawberry, dem das Weibchen getötet wurde, schließt sich an. Dort stoßen sie auf Holly, den ehemaligen Hauptmann der Owsla, und Bluebell: Sandleford ist von Bauarbeitern mit Giftgas ausgerottet worden. Die Flüchtlinge sind allesamt Rammler. Sie pflegen die verletzte Lachmöwe Kehaar, die ihnen ein großes Gehege im Süden weist.
Die Boten nach Efrafa werden von General Woundwort festgesetzt; Holly entkommt ohne Weibchen. Hazel entführt mit einem Trupp Hauskaninchen vom Hof Nuthanger, darunter zwei Zibben, und wird angeschossen; Fiver findet ihn in einem Rohr. Weil das nicht reicht, wagen fast alle den Zug nach Efrafa, einem überfüllten Bau unter ständiger Überwachung, Markierung und Ausgehverbot, in dem gestresste Weibchen keine Jungen mehr werfen. Bigwig gibt sich als wandernder Kämpfer aus, steigt in die Owsla ein und gewinnt die Rebellin Hyzenthlay und den gefolterten Ausbrecher Blackavar. Beim Gewitter gelingt die Flucht; Kehaar schlägt auf die Verfolger ein. Eine Bootsfahrt auf dem Test bringt die Gruppe heim, zwei Weibchen sterben unterwegs. Woundwort folgt mit seinen Besten.
Die Watership-Kaninchen lassen die Zugänge einstürzen, gewarnt von einer Feldmaus, die Hazel einst gerettet hat. Bigwig kämpft Woundwort fast zu Tode; Hazel lockt den Hofhund heran, der die Angreifer sprengt. Die Bauerstochter Lucy rettet Hazel vor der Katze und setzt ihn wieder aus. Woundworts Ende bleibt offen; er geht in die Folklore als Schreckensfigur für unartige Junge. Überlebende aus Efrafa, darunter Groundsel, bleiben. Es entsteht Frieden und ein dritter Bau auf halbem Weg. Im Nachspiel, alt geworden, folgt Hazel dem leuchtohrigen El-ahrairah, dem listenreichen Stammvater, in dessen Owsla. Die Abenteuer sind selbst Legende geworden, ohne dass Adams sie als Lehre ausstellt. Die Tiere sprechen und planen, aber sie tragen keine Kleider und bedienen keine Maschinen; ihr Horizont bleibt der Bau, die Feinde, das Licht Friths.
Einordnung
Adams, der die Geschichte seinen Töchtern im Auto erzählt haben will, hat den Abenteuerroman mit Naturbeobachtung und mit der politischen Frage verbunden, wie Gemeinschaften Sicherheit in Herrschaft umschlagen lassen. Efrafa ist keine Kinderbösewichtswelt, sondern ein System aus Angst, Zählung und dem Satz, Ausbruch sei Verrat. Cowslips Gehege ist die andere Falle: Wohlstand gegen Würde. Die eingeschobenen Sagen um El-ahrairah geben den Flüchtlingen eine Kultur, die Melancholie und Witz kennt. Die Zeichentrickfassung von 1978 hat Bilder und Lied festgesetzt, die dunkler sind, als der Ruf als Familienstoff erwarten lässt; spätere Fassungen haben geglättet.
Im Deutschen steht der Band neben Herr der Fliegen als Erzählung einer Gruppe, die Ordnung neu erfinden muss, und neben Fabeln, denen er die Vermenschlichung verweigert. Die Neuübersetzung von 2023 hat den Text aus der Sprache der siebziger Jahre geholt, ohne die Härte zu nehmen. Wer Kaninchenromane für Kinderzimmer hält, hat die Drahtschlinge und den General nicht gelesen. Adams hat später Fortsetzungen nachgelegt; das erste Buch bleibt das Epos, in dem Flucht, Gründung und Krieg ineinanderliegen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
