Kleiner Mann – was nun

Hans Fallada · 1932 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Kleiner Mann – was nun?
Autor(en): Hans Fallada
Originaltitel: Kleiner Mann – was nun?
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1932
Schlagwörter: Krise, Ehe, Arbeitslosigkeit, Berlin
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt


Umfang dieser Ausgabe: 424 Seiten
ISBN: 9783499225109
Verweise


Kleiner Mann – was nun? ist der 1932 bei Rowohlt erschienene Roman von Hans Fallada, der ihm den Durchbruch brachte und den Verlag mit sanierte. Fallada selbst fasste den Inhalt in einem Satz: Ehe und Wehe des Buchhalters Johannes Pinneberg, der die Stellung verliert, eine neue bekommt und endgültig arbeitslos wird; einer von sechs Millionen. Der Vorabdruck in der Vossischen Zeitung und das Buch erschienen in der Weltwirtschaftskrise. George Grosz zeichnete den Umschlag nach dem Vorbild von Falladas Frau Anna; der Handel lehnte die Bilder ab, spätere Auflagen erschienen ohne sie.

Inhalt

Der Buchhalter Johannes Pinneberg und die Verkäuferin Emma Mörschel, genannt Lämmchen, erfahren 1930, dass sie im zweiten Monat schwanger ist, und heiraten kurzentschlossen. In Ducherow, einer kleinen norddeutschen Stadt, kündigt sich eine glückliche, bescheidene Ehe an, bis die Frau des Arbeitgebers, die Pinneberg mit ihrer Tochter verkuppeln wollte, eine Intrige spinnt und er entlassen wird. Rettung kommt von Pinnebergs ungeliebter Mutter Mia, einer Berliner Lebedame; ihr Freund Jachmann verschafft ihm eine Stelle als Herrenbekleidungsverkäufer im Warenhaus Mandel. Das Paar wohnt erst bei der Mutter, dann illegal in zwei Zimmern in Moabit beim Tischlermeister Puttbreese. Im Laden verlangt der Unternehmensberater Spannfuß eine Pflichtquote; unter den Verkäufern beginnt die Konkurrenz. Der Kollege Joachim Heilbutt hilft, bis man ihn wegen der Mitgliedschaft in einem Freikörperkulturverein kündigt.

Im März 1931 kommt der Sohn Horst, genannt Murkel, zur Welt. Das Geld reicht nicht, die Kasse bearbeitet den Antrag auf Wochen- und Stillgeld nach Vorschrift. Nach einem Jahr fliegt Pinneberg: Er kommt zu spät, weil der Junge den ersten Zahn hat, die Quote hinkt, und als der Filmschauspieler Schlüter, den Pinneberg im Kino als Darsteller eines kleinen Mannes bewundert hat, dutzende Stücke anprobiert und nichts kauft, fleht Pinneberg ihn an. Schlüter beschwert sich über den aufdringlichen Verkäufer. Ein missgünstiger Kollege hat Pinneberg bei der jüdischen Geschäftsführung außerdem als angeblichen Nationalsozialisten angeschwärzt.

Im November 1932 lebt die Familie in Heilbutts Gartenlaube östlich von Berlin. Pinneberg ist seit vierzehn Monaten ohne Arbeit. Lämmchen verbietet ihm, die Nachbarn beim Holzdiebstahl zu begleiten, und näht für Privatleute. Eine Fahrt nach Berlin, um die Unterstützung abzuholen, endet damit, dass ein Schutzpolizist ihn als Gesindel von den Schaufenstern der Friedrichstraße jagt. Pinneberg traut sich kaum nach Hause. Die Liebe hält trotzdem: »Es ist das alte Glück, es ist die alte Liebe«, und sie gehen ins Haus, in dem der Murkel schläft. Fallada zählt Löhne, Mieten, Notverordnungen und den Normal-Etat des Paares; die Neue Sachlichkeit hat hier nicht das Pathos der Straße, sondern die Haushaltskasse.

Einordnung

Der Titel wurde zum geflügelten Wort für die Lage des kleinen Angestellten und für Falladas Ruf als dessen Dichter. Ernst Bloch las darin die Passivität und Orientierungslosigkeit des Kleinbürgertums. Die Zeitung strich Stellen über den Rassismus der Nationalsozialisten und über sexuelle Freizügigkeit; 1934 wurde aus dem SA-Mann Lauterbach ein prügelfreudiger Fußballtorwart. Die rekonstruierte Urfassung von 2016 ist um ein Viertel länger, politischer, berlinerischer; Lämmchen sympathisiert deutlicher mit den Kommunisten. Nach 1933 blieb das Buch erhältlich, in der angepassten Gestalt.

Verfilmungen gab es in der DDR 1967 und in der Bundesrepublik 1973, dazu Bühnenrevuen von Tankred Dorst und Peter Zadek, später Inszenierungen von Luk Perceval und Michael Thalheimer. Das rororo-Taschenbuch trug die Nummer eins und machte Fallada zum Hausautor des kleinen Mannes im Nachkrieg. Wer nach 1932 über Krise, Ehe und die Frage spricht, was aus dem Angestellten wird, wenn der Laden ihn fallen lässt, spricht hinter Pinneberg und Lämmchen. Manche halten ihre Zuflucht in der Liebe für zu tröstlich; der Trost ist knapp bemessen und wird jeden Monat neu bezahlt.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Zehn Bücher der Verbrennung 1933 (Wirkungsgeschichte)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.