Tschick

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Tschick
Autor(en): Wolfgang Herrndorf
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 2010
Seitenanzahl: 256 Seiten
Originaltitel: Tschick
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 373350920X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783733509200
Schlagwörter: Sommer, Diebstahl, Freundschaft, Fahrt
Sachgebiete: Jugendroman
Rezensionen
Umschlag

Tschick ist der Jugendroman von Wolfgang Herrndorf, 2010 bei Rowohlt Berlin erschienen, erzählt von einem vierzehnjährigen Berliner, der mit einem gestohlenen Lada durch die sommerliche Provinz fährt. Herrndorf, der als Autor von Arbeit und Struktur und später von Sand bekannt wurde, hat hier kein Erbauungsbuch über Freundschaft geschrieben, sondern eine Stimme: witzig, verletzt, genau in den Details der Schule und der Straße. Der Band fand ein großes Publikum jenseits des empfohlenen Alters und wurde rasch Schullektüre. 2013 starb Herrndorf; das Buch blieb, als wäre der Sommer nicht zu Ende. Der Titel ist der Spitzname des Beifahrers, den man zuerst für eine Katastrophe hält.

Inhalt

Maik Klingenberg ist vierzehn, lebt in einer Villa am Berliner Rand, deren Schwimmbecken der Vater mit Milch füllt, weil das Wasser zu teuer ist, und gilt in der Klasse als langweilig. Die Mutter liegt in der Entzugsklinik, der Vater fährt mit der jüngeren Geliebten in den Urlaub, Maik bleibt zurück. Andrej Tschichatschow, genannt Tschick, taucht als neuer Mitschüler auf, russlanddeutsch, oft betrunken, in der Schule ein Störfall. Die beiden landen zusammen, nicht aus Wahlverwandtschaft, sondern weil niemand sonst übrig ist. Tschick stiehlt einen Lada, Maik steigt ein, und sie fahren los, Richtung Walachei, die Tschick für ein Ziel hält, und Richtung irgendwo, das nicht Berlin ist. Die Fahrt hat kein Ziel auf der Landkarte; sie hat den Sommer.

Unterwegs schlafen sie in Hecken, stehlen Benzin, treffen Isa, ein Mädchen, das von zu Hause weg ist und zeitweise mitfährt, und geraten in Höfe, Dörfer, an Flüsse, die nach der Wende aussehen, als hätte jemand die Zeit angehalten. Maik, der Erzähler, führt Buch in einem Ton, der sich nicht wichtig nimmt und alles merkt: die Scham, die erste Zuneigung, die Lüge gegenüber Erwachsenen, die plötzliche Treue zu Tschick, der lügt, stiehlt und dennoch der Erste ist, der Maik nicht für unsichtbar hält. Der Lada wird zur Kammer auf Rädern. Die Freundschaft entsteht aus der gemeinsamen Tat, nicht aus Geständnissen. Als die Fahrt kippt – Unfall, Polizei, die Rückkehr in die Zuständigkeiten –, ist der Sommer verbraucht.

Zu Hause wartet das Verfahren, die Schule, der Vater. Maik schreibt, was geschehen ist, und schützt Tschick, wo er kann. Der Richter, die Lehrer, die Eltern wollen eine Lehre; Maik hat eine Stimme gefunden. Tschick verschwindet wieder in den Behördenwegen, die für Jugendliche ohne das richtige Deutsch und ohne das richtige Haus vorgesehen sind. Der Roman endet nicht mit einer großen Umkehr. Er endet damit, dass Maik erzählen kann, wer neben ihm saß, und dass diese Erzählung mehr wert ist als die Strafe, die darauf steht. Herrndorf gibt den Jungen keinen Preis und keine Moraltafel. Er gibt ihnen die Landstraße und den Satz, dass man gesehen worden ist.

Einordnung

Herrndorf hat den deutschen Jugendroman von der Belehrung befreit, ohne die Härte zu leugnen: Alkohol, Diebstahl, ein Vater, der den Sohn verachtet, ein Land, das hinter der Stadtbrache liegt. Die Sprache Maiks – präzise, komisch, ohne Angeberei – hat dem Buch die Leser verschafft, die Jugendbücher sonst stehen lassen. Vergleiche mit amerikanischen Fahrtenromanen greifen nur halb; Tschick ist ostdeutsch und westdeutsch zugleich, ein Sommer nach der Einheit, in dem die Provinz weder Heimat noch Abenteuerpark ist. Neben den großen Berliner Stadtromanen wirkt die Fahrt wie ein Ausbruch, der die Stadt nicht widerlegt, sondern hinter sich lässt, solange der Tank reicht.

Die Verfilmung von Fatih Akin (2016) hat den Lada und die beiden Jungen ins Kino gebracht und viel vom Witz erhalten; die Innensicht Maiks bleibt dem Buch. Die Schullektüre droht aus dem Band eine Lektion über Freundschaft und Erwachsenwerden zu machen. Herrndorf hat beides erzählt, aber als Zufall und Risiko, nicht als Lehrplan. Wer nach 2010 über Jugend auf der Landstraße spricht, spricht hinter diesem Roman; wer ihn für eine heitere Feriengeschichte hält, hat das Schwimmbecken voll Milch und den Vater nicht gesehen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.