Höhenrausch. Das kurze Leben zwischen den Kriegen
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Höhenrausch. Das kurze Leben zwischen den Kriegen |
| Autor(en): | Harald Jähner
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2022 |
| Schlagwörter: | Weimar, Alltag, Neue Frau, Spaltung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Rowohlt
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| Umfang dieser Ausgabe: | 560 Seiten |
| ISBN: | 9783737100816 |
| Verweise | |
Höhenrausch. Das kurze Leben zwischen den Kriegen ist das 2022 bei Rowohlt Berlin erschienene Buch von Harald Jähner über die Weimarer Republik als Lebensgefühl. Es erzählt nicht zuerst die Kabinette, sondern Warenhaus, Tanzpalast, Büro, Boxhalle und die Straße, auf der sich die Lager schon prügelten, während andere das neue Wohnen einrichteten. Der Titel meint den Rausch der Höhe und die Gefahr des Absturzes: fünfzehn Jahre, in denen alles anders werden sollte.
Inhalt
Jähner setzt 1918 mit der Revolution ein und mit dem Versprechen, dass Lebensweisen sich von Grund auf ändern. Die neue Frau, der neue Mann, das neue Wohnen, das neue Denken: Formeln, die in der Großstadt greifen und auf dem Land oft als Zumutung ankommen. Frauen erobern Tennisplätze und Rennpisten, schneiden das Haar kurz, gehen abends allein aus; Unisex und Androgynes werden Mode, nicht nur Theorie. Daneben die Angst vor der Entwertung aller Werte und vor der Herrschaft des Billigen. Das Buch zeigt die Republik als zerrissenes Land voll gewaltiger Energien, das uns irritierend ähnelt und doch nicht unsere Gegenwart ist.
Die Kapitel verdichten Alltag zu Mentalität. Jähner erzählt die Erfindung der Freizeit, das Warenhaus als Glücksversprechen, die Straße als Kampfplatz, das Büro als Schauplatz von Aufstieg und Liebeskalkül. Helmuth Plessners Lehre vom richtigen Abstand in der Großstadt steht neben Clärenore Stinnes auf der Rennstrecke und neben den kleinen Angestellten in den Tanzlokalen, deren Emanzipation nicht durch Manifeste, sondern durch den Bubikopf und die flotte Sohle lief. Ironie, Sachlichkeit, Tempo: was später als Wesen der zwanziger Jahre gilt, erscheint hier als städtische Schicht, nicht als Volksstimmung. Ein großer Teil der Deutschen fand sich im Aufbruch nicht wieder.
Unsicher wird das Porträt, wo die Montage die Politik zur Kulisse macht. Die Inflation, die Straßenkämpfe, das Ende der Republik kommen vor, aber das Verfahren bleibt dasselbe wie in der Wolfszeit: Szene vor Struktur, Illustrierte vor Akte. Rezensenten haben die Gegenwartsnähe gelobt und die Frage gestellt, ob Weimar hier zu sehr als Vorläufer unserer Spaltungen lesbar wird. Jähner weiß, dass die Katastrophe von 1933 nicht zwangsläufig war, und erzählt trotzdem auf sie hin. Der Ton ist der des Feuilletons, das zuspitzt, ohne die Quellen zu verbergen.
Einordnung
Mit Höhenrausch hat Jähner das Verfahren der Nachkriegsgeschichte auf die Republik vor Hitler gelegt: Mentalität, Gebrauchsdinge, die Lust am Neuen und die Unfähigkeit, Spaltung auszuhalten. Das Buch steht neben den wissenschaftlichen Geschichten Weimars, ohne sie zu ersetzen, und neben Florian Illies’ 1913. Der Sommer des Jahrhunderts, das ein einzelnes Vorkriegsjahr als Salon montiert. Jähner braucht fünfzehn Jahre und den Absturz. Die öffentliche Rede über die zwanziger Jahre hat hinter diesem Band ein Bild: nicht nur Cabaret, sondern die Gesellschaft, die den Rausch nicht teilen wollte.
Geblieben ist die Behauptung, dass Epochen sich im Alltag entscheiden, bevor sie in den Parlamenten enden. Die Reihe – Wolfszeit, Höhenrausch, später Wunderland – macht aus deutschen Jahrzehnten lesbare Porträts. Wer Weimar nur als Vorspiel zu 1933 kennt, trifft hier auf die Freiheit, die gelebt wurde. Wer nur die Freiheit sucht, unterschlägt die Spaltung, die Jähner für tödlich hält.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Das 20. Jahrhundert in Epochenporträts (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
