Wunderland. Die Gründerzeit der Bundesrepublik 1955–1967
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Wunderland. Die Gründerzeit der Bundesrepublik 1955–1967 |
| Autor(en): | Harald Jähner
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2025 |
| Schlagwörter: | Wirtschaftswunder, Konsum, Gastarbeit, Geschlechterordnung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Rowohlt
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| Umfang dieser Ausgabe: | 480 Seiten |
| ISBN: | 9783737101905 |
| Verweise | |
Wunderland. Die Gründerzeit der Bundesrepublik 1955–1967 ist das 2025 bei Rowohlt Berlin erschienene Buch von Harald Jähner über die Jahre, in denen der westdeutsche Staat im Rohbau fertig wurde. Es beginnt mit den letzten Kriegsgefangenen, die 1955 aus der Sowjetunion heimkehren in ein Land, das sie nicht mehr kennen, und endet 1967, als die Revolte schon hörbar ist und die Beatles »All You Need Is Love« singen. Wunderland meint den Aufschwung und das Befremden: wie wunderlich diese Republik aus heutiger Sicht wirkt.
Inhalt
Jähner setzt gegen den Mythos des stetigen Wunders die Szene. Zehntausend Spätheimkehrer taumeln aus den Waggons; Josef Neckermann, Nutznießer des Nationalsozialismus, wird Versandhauskönig. 1955 ist das wachstumsstärkste Jahr der deutschen Geschichte, 1967 kommt der erste größere Konjunktureinbruch. Dazwischen der nimmersatte Kaufrausch: Möbel, Autos, Reisen, Elektrogeräte, der erste Supermarkt 1957, der Discounter, der Fernseher, der das Wohnzimmer umgruppiert. Elvis Presley und Freddy Quinn geben verschiedene Antworten auf die Frage, wie man leben soll. Die Jugend bekommt den Rock ’n’ Roll; die Erwachsenen die Frage, ob Amerika die kulturelle Identität auffrisst.
Die Kapitel halten Politik, Wirtschaft und Mentalität in einem Bild. Städte werden autogerecht umgebaut, das Ruhrgebiet wechselt von der Kohle zum Öl, die Umweltversehrung beginnt als großes Achselzucken, für das später das Wort vom Syndrom der fünfziger Jahre gefunden wurde. Gastarbeiter kommen, die Geschlechterordnung lockert sich in Happenings und Klammerblues, ein neuer Politikertyp – Kennedy, Brandt – ersetzt den Honoratioren. Jähner erzählt Käseigel und Neckermann-Katalog, Stalingrad-Erinnerung und fünfzig-Stunden-Woche: die Lust am Wohlstand und die Kosten, die historische Gerechtigkeit und die Landschaft tragen. 1967 ist die Bundesrepublik, wie man sie kannte, im Rohbau fertig. Erstmals kommt ein deutscher Staat ohne höhere Idee aus als das Glück des Einzelnen.
Unsicher wird das Buch dort, wo der Zauber der Erzählung die Härte glättet. Die Kritik hat den Sog gelobt und daran erinnert, dass der goldene Nebel die nationalsozialistische Vergangenheit und die räuberische Seite des Kapitalismus den Blicken entzog. Jähner weiß das und schreibt den Bildungsroman einer Gesellschaft, die sich emporarbeitet, bis sie die Bedingungen des Aufstiegs selbst als fragwürdig erkennt. Der Ton bleibt der der Wolfszeit: Szene, Gebrauchsding, der Satz, der zuspitzt. Die DDR steht am Rand, obwohl der Untertitel wieder die Bundesrepublik meint, nicht heimlich ganz Deutschland.
Einordnung
Wunderland schließt die Reihe, die Jähner von den Trümmern über Weimar zurück in die Gründerjahre geführt hat: nach der Wolfszeit und dem Höhenrausch das Porträt des Staates, der ohne Pathos auskommen wollte. Es steht neben den Wirtschaftsgeschichten des Wunders und neben Detlef Siegfrieds Time is on my side, das dieselbe Zeit von der Jugendkultur her als Wissenschaft schreibt. Jähner bleibt der Erzähler. Die öffentliche Rede über die fünfziger und frühen sechziger Jahre hat hinter diesem Band den Käseigel und das Achselzucken vor der Umwelt.
Geblieben ist die Behauptung, dass die Aufschwungsjahre das Selbstverständnis der Bundesrepublik bis heute prägen, in den Erfolgen und in den Ansprüchen. Wer nur das Wirtschaftswunder sucht, findet hier die Mühen. Wer nur die Anklage sucht, unterschlägt, dass Jähner die Lust am Leben nach der Katastrophe nicht wegmoralisiert – und 1967 als das Jahr setzt, in dem der Zauber endet, der Wohlstand aber bleibt.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Das 20. Jahrhundert in Epochenporträts (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
