Autor:Harald Jähner
Harald Jähner (geb. 1953), in Duisburg geboren, hat die deutschen Nachkriegsjahre als Mentalitätsgeschichte erzählt, nicht als Staatsgründung. Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955 zeigt das Jahrzehnt nach der Niederlage als Gemenge aus Trümmern, Schwarzmarkt, Tanzlust und Verdrängung.
Leben
Aufgewachsen in Duisburg-Marxloh als Sohn von Lehrern, Germanistik und Geschichte in Freiburg, dann West-Berlin, die Magisterarbeit über Alfred Döblin. Der Umweg ist das Feuilleton: Jahre bei den Berliner Festspielen und im Haus der Kulturen der Welt, Literaturkritik für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, von 2003 bis 2015 die Leitung des Feuilletons der Berliner Zeitung. Der Blick auf Alltag, Ton und Gebrauchsdinge, den die Zeitung schult, wanderte in die großen Sachbücher, als er das Ressort verlassen hatte. Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin. Er schreibt in Berlin.
Wirkung
Jähner hat die Formel von der Stunde Null zersetzt, ohne die Katastrophe zu leugnen. Kontinuität der Eliten, Vergewaltigungen, Vertriebene, die »gekehrte Hölle« der Trümmer, Beate Uhses Versandhandel und der Nierentisch stehen nebeneinander: nicht als Idylle des Wiederaufbaus, sondern als Gesellschaft, die überleben und vergessen wollte. Der Preis der Leipziger Buchmesse 2019 machte den Band zum Maßstab einer erzählenden Geschichtsschreibung, die Akten und Illustrierte gleich ernst nimmt. Die Fortsetzungen – das kurze Leben zwischen den Kriegen, dann die Gründerjahre der Bundesrepublik – haben dasselbe Verfahren auf andere Jahrzehnte gelegt.
Die Kritik blieb, dass der Westen das Bild trägt und die DDR am Rand steht, obwohl der Untertitel die Deutschen nennt. Fachhistoriker fanden manches bekannt, das Erzählen neu. Wer Jähner nur als Erzähler der Trümmerlust liest, unterschlägt die Kapitel über Schuld und das Weiterleben belasteter Karrieren. Wer nur die Anklage sucht, unterschlägt, dass das Buch die Lust am Leben nach der selbstverschuldeten Katastrophe nicht wegmoralisiert. Die Nachkriegszeit ist hinter diesem Band schwerer als Mythos zu haben.
Werke
In Auswahl außerdem: Höhenrausch, Wunderland.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.