Essay:Zeitdiagnosen nach 2010


Nach 2010 hat die Zeitdiagnose andere Namen gebraucht als nach 1989: Singularität, Resonanz, Abstieg, gekaufte Zeit, Aushöhlung des Volkes, kapitalistischer Realismus, Überwachungskapital, Schlaflosigkeit. Dieser Essay nennt acht Bücher. Es ist keine Rangliste. Ein Verfasser steht nur mit einem Buch.

Die Nachbarschaft ist der Essay zu den Diagnosen nach 1989, der bei Han und Rosa noch in die Schwelle reicht. Hier zählt, was Seminare der Soziologie und der politischen Theorie seither als Gegenwart lesen.

Reckwitz hat 2017 das Besondere zur sozialen Logik gemacht. Klasse kulturellisiert sich; wer nicht einzigartig erscheint, fällt aus der Sichtbarkeit. Das Ende der Illusionen bleibt Nachbar. Hier steht die Umschrift der Moderne ins Besondere.

Rosa antwortet 2016 auf die Beschleunigung mit einer Weltbeziehung, die nicht steigert, sondern antwortet. Zeitdiagnose als Theorie der Beziehung. Die Krankheit steht in der älteren Reihe; hier die Gegenformel, die Seminare nach 2016 zitieren.

Nachtwey hat 2016 die Gesellschaft beschrieben, in der Aufstieg keine Regel mehr ist. Prekarität bekommt eine Klassenskizze, die Reckwitz’ Singularitäten die andere Seite gibt. Wer nur Kulturkampf sagt, hat den Abstieg übersprungen.

Streeck liest 2013 die Krise als aufgeschobenen Konflikt: Staat, der Zeit kauft, Demokratie, die der Markt einholt. Gegen die Feuilletonformel setzt es die politische Ökonomie. Wer nur Stimmung kennt, unterschlägt die Frist.

Brown zeigt 2015, wie der Neoliberalismus das Volk als Souverän aushöhlt: Bürger, die als Kapital gelten. Kein Putsch, eine Umstellung der Staatsräson. Das Buch ist der Schlüssel der Demokratieseminare nach 2015. Wer nur Sparpolitik sagt, hat den Demos übersprungen.

Fisher benennt 2009 die Atmosphäre, in der jede andere Ökonomie als Kinderei erscheint. Das schmale Buch hat der Kulturkritik nach 2008 das Wort gegeben. Gegen Browns Formanalyse setzt es den Alltag, der keine Alternative atmet.

Zuboff hat 2019 die Abschöpfung des Verhaltens zur Geschäftslogik erklärt. Zeitdiagnose als Ökonomie der Spur. Wer nur Datenschutz sagt, hat den Markt übersprungen, der Erfahrung in Vorhersage verwandelt.

Crary behauptet 2013, der Schlaf sei der letzte Streifen, der sich der ununterbrochenen Verwertung sperrt. Gegen Zuboffs Plattform setzt es die Nacht. Wer nur digitale Diät predigt, hat die Infrastruktur übersprungen.

Was diese acht zusammenhalten

Singularität, Resonanz, Abstieg, Frist, Demos, Atmosphäre, Spur, Schlaf: die Diagnose nach 2010 ist eine Reihe gewesen, nicht die Fortsetzung von 1989 unter anderem Titel. Fukuyama und Huntington bleiben in der älteren Reihe. Hier bleibt, was Seminare als Lage der letzten fünfzehn Jahre lesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

Weitere Essays entdecken