Die Abstiegsgesellschaft

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Abstiegsgesellschaft
Autor(en): Oliver Nachtwey
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie: edition suhrkamp
Erscheinungsjahr: 2016
Seitenanzahl: 252 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3518126822
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518126820
Schlagwörter: Abstieg, Prekarität, Moderne, Protest
Sachgebiete: Sachbuch, Zeitdiagnose
Rezensionen
Umschlag

Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne ist die 2016 bei Suhrkamp erschienene Untersuchung von Oliver Nachtwey. Sie beschreibt die Bundesrepublik nach dem Fahrstuhl: Aufstieg war das Versprechen, die Rolltreppe abwärts ist die Lage.

Inhalt

Nachtwey nimmt Becks Individualisierung und dreht den Fahrstuhl um. Bildung, Besitz, Sicherheit, die in der alten BRD oft mitwuchsen, koppeln sich. Abstiegsangst trifft nicht nur Arme; sie trifft die Mitte, die fallen kann. Prekarität ist keine Randzone, sie greift in Verträge, Biographien, Erwartungen. Die Moderne wird regressiv, wo Fortschritt sich als Verlust anfühlt. Protest folgt daraus in zwei Richtungen: soziale Kämpfe um Teilhabe, autoritäre Kämpfe um Schließung. Das Buch ist empirisch dicht, deutsch zentriert, lesbar als Soziologie einer Stimmung, die sich für Schicksal hält.

Gegen die Rede vom Wohlstandsstaat, der die Krise glimpflich überstanden habe, setzt Nachtwey die innere Schichtung. Gegen die Rede, nur der Osten sei abgehängt, setzt er den Westen, in dem Facharbeiterkinder nicht mehr automatisch aufsteigen. Die Rolltreppe ist das Bild: wer stehen bleibt, sinkt. Kritik hat die Metapher für zu eingängig, den Vergleich mit Südeuropa für zu hart, die Protesttypen für zu grob gehalten. Die Stärke ist die Verbindung von Zahl und Unruhe. 2016, vor der Zuspitzung der neuen Rechten in den Parlamenten, liest sich das Kapitel über Aufbegehren wie eine Vorwarnung, ohne Prophetie zu sein.

Die Aufnahme war schnell, preisgekrönt, feuilletonfest. Zeitdiagnose lebt vom Titel, der sitzt; hier sitzt er, weil er Alltagserfahrung trifft. Die Gefahr ist die Totalisierung: jede Unzufriedenheit wird Abstieg, jeder Abstieg wird Politik. Nachtwey hält dagegen die Analyse der regressiven Moderne, die nicht Rückkehr ins Vormoderne ist, sondern Modernisierung, die Sicherheit abbaut. Wer nur Abstiegsangst sagt, hat die Rolltreppe nicht verstanden. Wer nur die Rolltreppe kennt, unterschlägt das Aufbegehren, das der Untertitel meint.

Einordnung

Ohne dieses Buch bleibt die deutsche Gegenwart eine Erfolgsgeschichte mit unverständlicher Wut. In Zeitdiagnosen nach 1989 steht es nach Streeck: gekaufte Zeit, die im Leben als Abstieg ankommt. Beck hatte den Fahrstuhl; Nachtwey die Gegenfahrt. Wer nur Risiko kennt, hat den Statusverlust nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.