Die schleichende Revolution

Wendy Brown · 2015 · Sachbuch, Politik


Das Werk
Deutscher Titel: Die schleichende Revolution
Autor(en): Wendy Brown
Originaltitel: Undoing the Demos
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2015
Schlagwörter: Neoliberalismus, Demokratie, Humankapital, Volk
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 332 Seiten
ISBN: 9783518586815
Verweise


Die schleichende Revolution. Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört erschien 2015, deutsch im selben Jahr bei Suhrkamp. Wendy Brown liest den Neoliberalismus nicht als Wirtschaftspolitik, sondern als Form, die das Volk als Souverän aushöhlt: Rechte werden zu Investitionen in sich selbst, Bürger zu Humankapital.

Inhalt

Brown holt Foucaults Gouvernementalität in die Demokratietheorie. Der Markt ist nicht nur Ort des Tauschs; er wird zur Vernunft des Staates und des Selbst. Bildung, Recht, Stadtpolitik gehorchen der Steigerung von Wert, nicht der Beratung eines Demos. Das ist kein Putsch; es ist eine schleichende Umstellung der Staatsräson, in der Freiheit als Selbstverantwortung erscheint und Gleichheit als Hemmnis der Konkurrenz. Die Demokratie überlebt als Verfahren und stirbt als Lebensform des Gemeinsamen. Wer Brown nur als Gegnerin des Marktes liest, unterschlägt die Pointe: Es geht um das Volk, das aufhört, sich als solches zu verstehen.

Das Buch ist politisch-theoretisch, mit Fällen aus amerikanischem Recht und Hochschulpolitik, geschrieben gegen die Jahre nach 2008 und vor der Trump-Wahl, die es oft grober zitiert hat, als es gebaut ist. Die Kritik nannte das zu düster, zu wenig Klasse, zu kalifornisch. Brown hält dagegen, dass ohne die Formanalyse der Marxismus den Neoliberalismus für bloße Ideologie hält, die man entlarvt. Die Gefahr ist die Totalität: Alles wird neoliberal, Widerstand erscheint romantisch. Der Band bleibt eine Diagnose der Aushöhlung, kein Fahrplan.

Die deutsche Ausgabe machte Foucault für die Demokratietheorie anschlussfähig, wo er oft als Diskurstheoretiker geblieben war. Seminare nach 2015 haben den Titel zum Schlüssel der Gegenwart gemacht. Wer das Buch als Antikapitalismus ohne Marx liest, hat die demokratietheoretische Mitte verfehlt.

Einordnung

Ohne dieses Buch bleibt Neoliberalismus ein Schimpfwort für Sparpolitik. Brown hat ihm die Zerstörung des Demos als Kern gegeben. Wer nach 2015 von Populismus spricht, ohne die vorherige Aushöhlung des Volkes, spricht hinter diesem Band.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.