Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann |
| Autor(en): | Frank Bösch
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2019 |
| Schlagwörter: | Iran, Thatcher, Afghanistan, Grüne |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | C.H. Beck
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| Umfang dieser Ausgabe: | 512 Seiten |
| ISBN: | 9783406733086 |
| Verweise | |
Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann ist das 2019 bei C.H. Beck erschienene Buch von Frank Bösch über ein Jahr, in dem die Nachkriegsordnung kippt. Iranische Revolution, Thatchers Amtsantritt, Chinas Reformkurs, Harrisburg, vietnamesische Bootsflüchtlinge, Gründung der Grünen, sowjetischer Einmarsch in Afghanistan, der Papst in Polen: Bösch erzählt die Gleichzeitigkeit und fragt, welche Folgen sie für Deutschland hatte.
Inhalt
Bösch schreibt gegen die Gewohnheit, 1989 als einzigen Schnitt der jüngeren Geschichte zu setzen. 1979 gilt ihm als Schlüsseldatum: der politische Islam tritt auf die weltpolitische Bühne, der Neoliberalismus bekommt eine Regierung, die Volksrepublik öffnet die Wirtschaft, die Atomangst wird nach Harrisburg alltäglich, Fluchtbewegungen erreichen die Bundesrepublik als moralische Probe, eine ökologische Partei entsteht, der Kalte Krieg bekommt in Afghanistan einen neuen Schauplatz, der Papstbesuch in Polen beschleunigt, was später den Staatssozialismus untergräbt. Das Panorama ist global, der Fluchtpunkt oft deutsch: Energiesparappelle, Nicaragua-Kaffee, Fremdenhass und Willkommensgesten erscheinen als Alltagsfolgen ferner Umbrüche.
Die Kapitel folgen den Schauplätzen, nicht einer einzigen Ursache. Bösch holt Akten und unbekanntere Dokumente heran; die Stärke ist die Verflechtung, nicht die große Theorie. Koinzidenz wird zur These: dass Religion, Markt, Ökologie und Flucht im selben Jahr mobilisieren, macht aus dem Kalender eine Wende. Die Kritik hat gefragt, ob Gleichzeitigkeit schon gemeinsame Ursachen sind und worin die „Welt von heute“ eigentlich besteht, deren Ursprung das Buch verspricht. Die Verbindung in die Gegenwart bleibt oft ein kurzer Schluss. Die Szenen von 1979 tragen das Buch; die Linie bis heute ist dünner.
Unsicher wird die Zeitenwende am Wort selbst. 2022 hat es eine andere Bedeutung angenommen; Böschs Titel war früher da und meinte 1979. Das Buch kann die spätere Aufladung nicht abstreifen. Wer nur den Iran sucht, hat Thatcher und die Grünen nicht mitgelesen. Wer nur Deutschland sucht, hat China und Afghanistan übersprungen. Bösch will beides, und der Preis ist die Breite, in der manche Linie Skizze bleibt.
Einordnung
Zeitenwende 1979 ist das weltgeschichtliche Gegenstück zu Philipp Sarasins 1977. Eine kurze Geschichte der Gegenwart: zwei Jahre, zwei Schnitte, eine Streitfrage, wann die Gegenwart beginnt. Jens Balzer erzählt dieselben Jahre als Popgeschichte der Bundesrepublik; Bösch als verflochtene Politik. Eric Hobsbawms Das Zeitalter der Extreme lässt das goldene Zeitalter in den siebziger Jahren erodieren; Bösch datiert den Erdrutsch auf ein Jahr. Die öffentliche Rede hat das Wort Zeitenwende behalten, oft ohne das Buch.
Geblieben ist die Einsicht, dass 1989 nicht der einzige Ursprung unserer Lage ist. Wer die Welt von heute nur vom Mauerfall her denkt, trifft hier auf 1979: Markt, Glaube, Flucht, Atom, Ökologie – schon versammelt, noch bevor die Blöcke fielen.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Das 20. Jahrhundert in Epochenporträts (Lesepfad) · Die Erfindung der Jahrzehnte (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
