Phädra

Jean Racine · 1677 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Phädra
Autor(en): Jean Racine
Originaltitel: Phèdre
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1677
Schlagwörter: Begehren, Theseus, Hippolyt, Gift
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 255 Seiten
ISBN: 9783150008393
Verweise


Phädra ist die 1677 in Paris aufgeführte Tragödie von Jean Racine, sein letztes weltliches Trauerspiel. Die Frau des Theseus begehrt den Stiefsohn Hippolyt und bringt das Haus zu Fall. Das Stück verdichtet den Stoff des Euripides und Senecas auf einen Tag bei Hofe.

Inhalt

Theseus ist verschollen, totgesagt. Phädra siecht, von der Amme Oinone bewacht, und gesteht endlich den Namen: nicht Theseus, der Sohn aus erster Ehe, der keusche Jäger, der Frauen meidet. Venus lastet auf dem Geschlecht; Phädra hat den Altären geopfert und hasst sich weiter. Hippolyt liebt indes Arikia, die Gefangene aus dem feindlichen Haus, die Theseus ihm verboten hat. Zwei verbotene Begehren, eine Stadt. Als Theseus tot scheint, spricht Phädra zu Hippolyt – nicht klar, dann zu klar. Er stößt sie ab. Sie bleibt mit der Scham, die keine Zurücknahme kennt.

Theseus kehrt lebend zurück. Oinone, um die Herrin zu retten, klagt Hippolyt an, er habe der Stiefmutter nachgestellt. Theseus glaubt der Ehefrau gegen den Sohn, den er nie geliebt hat wie einen Erben, und ruft Poseidon um Rache. Hippolyt geht, ohne Phädra zu verraten; er nimmt Arikia die Treue ab und reitet. Ein Bote berichtet den Meeresunhold, das scheuende Gespann, den Körper an den Felsen. Theseus beginnt zu zweifeln, als die Umstände nicht passen. Phädra kommt, bevor die Unschuld des Sohnes ganz erwiesen ist, und sagt die Wahrheit selbst.

Sie hat Gift genommen. Oinone hat sich ertränkt. Phädra entlastet Hippolyt, belastet sich, stirbt vor dem Mann, der nun zwei Tote hat und Arikia ehren soll. Der Alexandriner trägt das, was die Personen nicht mehr tragen: das Begehren, das sich selbst verhört, die Lüge, die aus Fürsorge kommt und mordet, den Vater, der den Gott zu schnell ruft. Racine lässt keine Nebenhandlung das Haus lüften. Der Hof ist die Falle. Phädra ist weder nur Opfer der Göttin noch nur Täterin der Zunge; sie weiß, begehrt, schweigt, redet, tötet sich. Hippolyt stirbt unschuldig und nicht ohne eigenes Geheimnis.

Einordnung

Racine hat die französische Tragödie an ihr Ende geschrieben: danach kein größeres weltliches Stück dieser Strenge. Gegen Der Cid, der Ehre und Liebe in der Staatsräson löst, steht Phädra als das Begehren, das sich nicht lösen lässt. Neben Medea ist sie die andere Frau, die das Haus der Männer zerstört – dort die Kindestötung aus Rache, hier das Wort, das den Stiefsohn dem Meer übergibt. Hamlet zögert vor der Mutter; Phädra ist die Mutter, vor der der Sohn flieht. Die Deutschen haben Racine lange als kalt geführt. Die angegebene Ausgabe ist zweisprachig; die Kälte ist das Maß, nicht die Abwesenheit der Glut. Warten auf Godot hat diese Glut nicht mehr, nur das Warten.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.