Der Cid

Pierre Corneille · 1637 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Der Cid
Autor(en): Pierre Corneille
Originaltitel: Le Cid
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1637
Schlagwörter: Ehre, Liebe, Pflicht, Spanien
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 327 Seiten
ISBN: 9783150093986
Verweise


Der Cid ist die 1637 in Paris aufgeführte Tragikomödie von Pierre Corneille. Rodrigue und Chimène lieben einander; er tötet ihren Vater im Duell der Ehre, sie fordert seinen Tod und kann ihn nicht wollen. Das Stück hat die französische Klassik entzweit, bevor es sie begründete.

Inhalt

Don Gomès, Chimènes Vater, ohrfeigt Don Diègue, Rodrigues Vater, im Streit um die Würde des Prinzenlehrers. Der alte Diègue kann die Beleidigung nicht selbst sühnen und reicht dem Sohn das Schwert: Die Ehre des Hauses wiegt schwerer als die Liebe. Rodrigue weiß genau, was er verliert, und geht. Das Duell tötet Gomès. Chimène, die Rodrigue liebt, muss den König um das Haupt des Geliebten bitten, sonst wäre sie die Tochter nicht. Corneille stellt beide Pflichten ungemildert: Wer hier nachgibt, verrät den Vater oder die Liebe. Der Infante, selbst in Rodrigue verliebt, tritt zurück. Der Hof wird zur Arena eines Rechts, das keine dritte Formel hat.

Die Mauren greifen an. Rodrigue schlägt sie, wird der Cid, der Herr, und kehrt als Retter Kastiliens zurück. Der König will den Helden schonen; Chimène darf nicht schonen. Sie verlangt ein Gottesurteil: Wer Rodrigue im Zweikampf besiegt, erhält sie. Don Sanche tritt an, unterliegt, und Chimène glaubt einen Augenblick lang, Rodrigue sei tot – der Augenblick verrät sie, weil die Klage die Liebe zeigt. Der König erklärt den Streit für beendet: Rodrigue soll weiter gegen die Mauren ziehen, Chimène soll später einwilligen, wenn die Trauer es erlaubt. Die Heirat wird nicht auf der Bühne vollzogen. Die Lösung ist ein Aufschub durch den Staat.

Das Stück hat mehr Zeit und Ort verbraucht, als die späteren Regeln erlauben: Schlacht, Duell, mehrere Tage. Der Beifall von 1637 kümmerte sich nicht darum. Chimène bleibt die Härtere, weil sie öffentlich fordern muss, was sie privat nicht will; Rodrigue bleibt der, der beides tun kann, töten und lieben, weil die Ehre ihm den ersten Schritt abnahm. Der König erbt das letzte Wort, nicht die Geliebten. Die Tragikomödie heißt so, weil niemand am Ende tot ist und niemand frei.

Einordnung

Corneille hat das Heldenstück geschrieben, an dem die Akademie die drei Einheiten schärfte und das Publikum sie verwarf. Der Streit um den Cid hat Racine die enge Bühne hinterlassen, auf der Phädra dann ohne Schlacht auskommt. Neben Hamlet, der die Rache verzögert, steht Rodrigue als der, der sie sofort vollzieht und die Geliebte behält – fast, auf Befehl des Königs. Die Räuber sprengen das Hausgesetz; der Cid unterwirft es der Krone. Die angegebene Reclam-Ausgabe ist zweisprachig. Nathan der Weise löst den Zwist durch Verwandtschaft; hier löst ihn der Staat, und Chimène schweigt in die Zukunft. Das französische Trauerspiel beginnt mit diesem Beifall und mit diesem Tadel.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.