Transforming Traditional Agriculture
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Transforming Traditional Agriculture |
| Autor(en): | Theodore W. Schultz
|
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1964 |
| Schlagwörter: | Landwirtschaft, Bildung, Entwicklung, Wissen |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Wirtschaftswissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Arno Press
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 212 Seiten |
| ISBN: | 9780405077920 |
| Verweise | |
Transforming Traditional Agriculture ist die 1964 erschienene Untersuchung von Theodore W. Schultz über die arme Landwirtschaft als unterinvestiertes Wissen. Schultz, in South Dakota auf einem Hof aufgewachsen und in Chicago lehrend, widerspricht der damals gängigen Lehre, Bauern in armen Ländern seien durch Kultur gebunden, durch Überschuss an Händen unbeweglich oder durch Nullertrag der Arbeit für die Industrie frei verfügbar. Der Hof ist ein Betrieb. Armut heißt hier: Die verfügbaren Mittel sind knapp und werden gleichwohl so eingesetzt, dass von außen kaum Verschwendung zu finden ist.
Inhalt
Schultz’ erste These lautet, traditionelle Landwirtschaft sei arm, aber effizient. Die Bauern von Panajachel in Guatemala, deren Wirtschaft der Ethnograph Sol Tax beschrieben hatte, dienen als Probe: Sie rechnen mit Saat, Arbeit und Boden so genau, wie ihre Technik es erlaubt. Ein ausländischer Berater, und sei er in Betriebslehre geschult, entdeckt keine groben Fehler der Zuteilung. Die zweite These folgt daraus. Wachstum kommt nicht, indem man den angeblich trägen Bauern belehrt, fleißiger zu sein, und nicht, indem man Arbeitskräfte abzieht, als kosteten sie nichts. Es kommt, wenn neue, ertragreichere Mittel auftauchen – Sorten, Geräte, Wissen – und Menschen so gebildet sind, dass sie diese Mittel nutzen. Schultz nennt das, im selben Jahr wie Gary S. Beckers Human Capital, Investition in den Menschen: Schule, Gesundheit, die Fähigkeit, Ungleichgewichte zu erkennen, sobald sie sich lohnen. Gegen Arthur Lewis’ Bild einer Landwirtschaft mit überschüssigen Händen, die die Industrie umsonst speisen kann, setzt er den Satz, dass auch die letzte Stunde auf dem Feld etwas trägt. Wer sie abzieht, ohne neues Wissen aufs Land zu bringen, macht die Armut nur städtisch.
Das Buch ist mikroökonomisch, wo die ältere Entwicklungspolitik in Großplänen dachte. Schultz misstraut dem Staat, der Agrarpreise drückt, um die Stadt zu nähren, und der Tradition, die den Bauern zum Folklorefall macht. Er fordert Forschung, die auf den Hof passt, und Preise, die Anstrengung belohnen. Die Grüne Revolution hat diese Erzählung später genommen: neues Saatgut, Dünger, Beratung, als wäre der Engpass immer nur Technik gewesen. Die Kritik setzte früh ein. Michael Lipton hielt entgegen, wer am Rand des Subsistenzminimums lebe, maximiere nicht den Ertrag, sondern das Überleben in schlechten Jahren; Risiko, nicht Irrationalität, erkläre schonendes Wirtschaften. Andere nannten Landbesitz, Kredit, Geschlecht und koloniale Preise – Herrschaft, die Schultz der Zuteilung nachordnet. Die Fallstudie aus Guatemala wurde als zu schmal und als zu glatt gelesen. Schultz hat die Einwände nicht in einer zweiten großen Theorie aufgelöst. Er hat daran festgehalten, dass Beleidigung der Bauern als Kulturwesen eine schlechte Ökonomie sei.
1979 erhielt er den Wirtschaftsnobelpreis gemeinsam mit eben jenem Lewis, dessen Überschusslehre er bestritten hatte: die Akademie prämierte die Entwicklungsökonomie als Feld, nicht die Einheit der These. Das Buch blieb die Behauptung, Armut sei oft Mangel an ertragreichem Wissen, nicht an Fleiß. Wer Schultz nur als Chicagoer Marktgläubigen liest, unterschlägt die Felder, auf denen er angefangen hat. Wer nur den Humanisten der Bildungspolitik rettet, unterschlägt, dass Bildung bei ihm Rendite sein soll, nicht Bürgerrecht. Der Ton ist der eines empirischen Moralisten: Zahlen, ethnographische Zitate, der Unwille, den Armen die Rationalität abzusprechen, die man den Reichen zutraut.
Einordnung
Schultz hat die Entwicklungsökonomie umgestellt, indem er den Hof in die Preistheorie holte. Beckers Human Capital gibt denselben Gedanken als allgemeinen Satz über Löhne und Schule; hier ist er der Acker. Neben Milton Friedmans Kapitalismus und Freiheit und Friedrich August von Hayeks Der Weg zur Knechtschaft steht das Buch als Chicago auf dem Land, nicht an der Börse. Walter Rodneys Wie Europa Afrika unterentwickelte liest Unterentwicklung als Abfluss, nicht als Wissenslücke; James C. Scotts Seeing Like a State hat später gezeigt, wie hochmoderne Agrarpläne Bauernwissen zerstören, das Schultz gerade ernst nehmen wollte. Die Grüne Revolution und die Bildungspolitik der Agenturen haben 1964 verdünnt in Programme übersetzt. Die Kritik an Rationalität ohne Herrschaft bleibt. Geblieben ist der Satz, dass arme Landwirtschaft kein Beweis für Unvernunft ist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
