Wie Europa Afrika unterentwickelte
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Wie Europa Afrika unterentwickelte |
| Autor(en): | Walter Rodney |
| Originaltitel: | How Europe Underdeveloped Africa |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1972 |
| Schlagwörter: | Afrika, Unterentwicklung, Imperialismus, Sklaverei |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Manifest
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| Umfang dieser Ausgabe: | 418 Seiten |
| ISBN: | 9783961561261 |
| Verweise | |
Wie Europa Afrika unterentwickelte (englisch How Europe Underdeveloped Africa) ist die 1972 in London und Daressalam erschienene Untersuchung von Walter Rodney über Unterentwicklung als Werk der europäischen Expansion. Die Angaben beziehen sich auf die vollständige deutsche Neuübersetzung von 2023 im Manifest Verlag. Die erste deutsche Fassung von 1973 bei Wagenbach kürzte den marxistischen Kern und tilgte Europa schon im Titel.
Inhalt
Rodney schreibt gegen die Legende, Afrika sei arm, weil es spät gekommen sei. Unterentwicklung ist bei ihm keine Natur, kein Klima, keine Kultur der Trägheit. Sie ist die andere Seite der europäischen Entwicklung: Derselbe Prozess, der in England, Frankreich, den Niederlanden Industrie, Banken und Staaten baute, hat aus Afrika Menschen, Rohstoffe und Märkte gezogen. Vor dem atlantischen Sklavenhandel, zeigt Rodney an Reichen, Handel und Agrartechnik, war der Kontinent nicht geschichtslos. Staaten, transsaharischer Handel, Eisen, Städte – das sind keine Vorstufen, die auf Europa warteten. Der Sklavenhandel hat Bevölkerungen entnommen, politische Gebilde verzerrt, die Produktion auf den Fang von Menschen umgestellt. Was als Stammeskrieg erscheint, ist oft die Logik eines Marktes, dessen Nachfrage in Liverpool und Nantes saß.
Die Kolonialzeit setzt diese Enteignung ins System. Die Kolonie liefert unverarbeitete Stoffe und nimmt Fertigwaren; sie baut Bahnen zu den Häfen, nicht zwischen den Regionen; sie erzieht eine schmale Schicht, die verwaltet, und hält die Industrialisierung außen. Zwangsarbeit, Kopfsteuer, Landnahme, die Zerstörung örtlicher Gewerbe: das sind keine Betriebsunfälle der Zivilisierungsmission, sie sind die Betriebsweise. Rodney liest das marxistisch, ohne Europa zum einzigen Akteur zu machen. Afrikanische Händler, Könige, Kollaborateure kommen vor; sie handeln in einem Verhältnis, das sie nicht gesetzt haben. Rassismus ist bei ihm nicht die Ursache der Ausbeutung, sondern ihr Rechtfertigungsvorrat. Wer die Reihenfolge umkehrt, macht aus einem Interesse eine Gesinnung und kann die Gesinnung belehren, ohne an der Rechnung zu rühren.
Das Buch ist in Daressalam entstanden, in den Jahren von Nyereres Ujamaa, als die Universität ein Labor der Entkolonialisierung war. Es spricht zu Afrikanern zuerst, nicht zum europäischen Gewissen. Deshalb der Ton der politischen Ökonomie, nicht der Anklage allein: Zahlen, Handelswege, die lange Dauer der Abhängigkeit nach der Unabhängigkeit. Die Grenze liegt in der Schärfe der Formel. Kritik hat Rodney vorgeworfen, afrikanische Handlungsspielräume zu unterschätzen und aus Europa einen Subjektblock zu machen. Die Stärke bleibt die Frage, die er unausweichlich gemacht hat: Wenn Entwicklung hier und Unterentwicklung dort zusammengehören, ist die Armut Afrikas keine Verspätung. Sie ist ein Ergebnis. Die deutsche Ausgabe von 2023 gibt den Text unverkürzt und stellt ihm Beiträge zur Seite, die Rodneys Leben und die Gegenwart des Arguments nachtragen.
Einordnung
Neben Frantz Fanons Die Verdammten dieser Erde – der Theorie der Befreiung – steht dies als die Rechnung der Befreiung. Rosa Luxemburg hatte in der Akkumulation des Kapitals den nichtkapitalistischen Außenraum als Bedingung des Kapitals bestimmt; Rodney schreibt diese Außenwelt als afrikanische Geschichte. Lenins Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus bleibt der Horizont, das Buch ist die afrikanische Probe. In Bücher, die den Kolonialismus umschrieben ist es das Werk, das Herrschaft nicht nur als Blick und Gewalt, sondern als Ökonomie liest. Wer Afrika seither als verspätetes Europa erzählt, hat Rodney nicht gelesen oder ihn verworfen. Wer nur die Anklage behält, unterschlägt die Wirtschaftsgeschichte, ohne die die Anklage Phrase bleibt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
