Die Enden der Parabel

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Thomas Pynchon · 1973 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Die Enden der Parabel
Autor(en): Thomas Pynchon
Originaltitel: Gravity's Rainbow
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1973
Schlagwörter: Rakete, Krieg, Paranoia, Zone
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt


Umfang dieser Ausgabe: 1200 Seiten
ISBN: 9783499135149
Verweise


Die Enden der Parabel ist der 1973 erschienene Roman von Thomas Pynchon, deutsch 1981 bei Rowohlt in der Übertragung von Elfriede Jelinek und Thomas Piltz. Der englische Titel nennt den Regenbogen der Schwerkraft, die Flugbahn der V2; Jelinek hat daraus Start und Einschlag und zugleich die gleichnishafte Erzählung gemacht. Pynchon erhielt den National Book Award, lehnte die Howells-Medaille ab; die Pulitzer-Jury wollte den Preis nicht vergeben, das Komitee fand den Roman obszön und unlesbar. Time zählt ihn zu den hundert wichtigsten englischsprachigen Romanen des Jahrhunderts. Er spielt in Europa kurz vor und nach 1945, springt nach Zentralasien und in die Vereinigten Staaten und versammelt hunderte Figuren um eine Waffe.

Inhalt

Der amerikanische Soldat Tyrone Slothrop, Nachkomme neuenglischer Puritaner, liegt in London, während deutsche Raketen einschlagen. Eine pawlowsche Konditionierung in der Kindheit koppelt seine Erregung an künftige Treffer; Geheimdienste jagen den Zusammenhang. Die Erzählung beginnt mit der Evakuierung nach einem Angriff, der sich als Traum des britischen Captain Pirate Prentice entpuppt. Leitmotiv ist die V2 und das Modell 00000 mit dem Schwarzgerät, das erst spät ein Mensch sein wird. Slothrop sucht in der Zone, dem gesetzlosen Deutschland nach der Kapitulation, nach Bauteilen und nach sich selbst. Andere suchen denselben Text: der SS-Mann Weissmann, genannt Blicero; die niederländische Agentin Katje Borgesius; der Herero Enzian, der sein Volk vor der weißen Zivilisation und vor dem kollektiven Selbstmord retten will; der sowjetische Offizier Tschitscherin; der Filmregisseur Gerhardt von Göll, der Springer. Historische Namen – Mickey Rooney, Hugo Stinnes, August Kekulé – tauchen auf und verschwinden.

Slothrop wandert durch das zerbombte Berlin, den Harz, die Lüneburger Heide, verliert Namen und Kontur, wird von anderen nicht mehr gesehen. Der Ingenieur Franz Pökler baut Raketen, während Frau und Tochter im Lager Dora sitzen; einmal im Jahr darf er ein Kind sehen, das Ilse sein könnte. Der Statistiker Roger Mexico liebt Jessica Swanlake und gründet mit Prentice ein Wir-System gegen das Sie-System der Konzerne und des Militärs, das den Krieg überdauert. Blicero hält den jungen Soldaten Gottfried in einem sadomasochistischen Ritual und lässt ihn im Frühjahr 1945 in der 00000 in den Tod fliegen. I.G. Farben, alliierte Firmen und Geheimdienste koppeln sich; Paranoia und echte Verschwörung sind nicht zu trennen. Pynchon webt Lieder, Gedichte, Fachsprachen der Chemie, Ballistik, Kabbala, Tarot und der Herero-Mythologie ein. Träume, Drogen und Folter machen ununterscheidbar, was geschieht und was gedacht wird.

Gegen Ende zerfällt die Handlung in Szenen. Slothrop löst sich auf. Der Start der 00000 und der Einschlag einer Rakete in einem Kino in Los Angeles, lange nach dem Krieg, schließen den Kreis zur Anfangsevakuierung und bieten die Lesart, das Buch selbst sei der Film, der mit dem Treffer endet. Der Holocaust bleibt Rand; Pynchon bindet Peenemünde an den Kalten Krieg, an das Wettrüsten, an Vietnam und Watergate. Die Parabel verbindet Abschuss und Opfer, Täter und Gewinnler, Sex und Tod. Wer einen Helden mit Ziel sucht, verliert Slothrop unterwegs, und das ist die Absicht.

Einordnung

Pynchon hat den historischen Roman an eine Stelle geführt, an der Sinnstiftung selbst verdächtig wird. Tony Tanner nannte das Buch den wichtigsten literarischen Text seit dem Ulysses; andere fanden die Figuren flach, den Ton kalt, eine Szene mit Kotessen unerträglich. Die Fürsprecher sagen, herkömmliche Maßstäbe träfen nicht, weil der Roman sie absichtlich zerlegt. Friedrich Kittler hat an ihm das Verhältnis von Medien und Kriegstechnik gelesen. Die deutsche Übersetzung gilt als Jelineks Wortspiel im Geist des Originals; Pynchon soll einverstanden gewesen sein.

Eine Verfilmung des Ganzen gibt es nicht; Robert Bramkamps Prüfstand 7 durfte Motive nutzen. Das Hörspiel von Klaus Buhlert für SWR und Deutschlandfunk, über dreizehn Stunden, hat 2020 eine hörbare Gestalt gegeben. Neben Solaris als uneinholbarem Anderen und neben Per Anhalter durch die Galaxis als komischem Weltentwurf steht Pynchons Raketenbuch als Enzyklopädie der Vernichtung, die lacht und ekelt. Wer nach 1973 über Postmoderne und den Zweiten Weltkrieg als System sprach, sprach hinter diesem Band, auch wenn er ungelesen blieb.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.