Solaris

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Solaris
Autor(en): Stanisław Lem
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 1961
Seitenanzahl: 238 Seiten
Originaltitel: Solaris
Originalsprache: polnisch
ISBN-10: 3518367269
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518367261
Schlagwörter: Ozean, Station, Erinnerung, Erkenntnis
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Solaris von Stanisław Lem erschien 1961 in Warschau und gehört zu den wenigen Zukunftsromanen, die das Unverständliche nicht in ein Monster oder eine Botschaft übersetzen. Der Psychologe Kris Kelvin fliegt zur Forschungsstation über dem Planeten Solaris, dessen Oberfläche ein lebendiger Ozean ist. Jahrzehnte der Solaristik haben Bibliotheken gefüllt und den Ozean nicht zum Sprechen gebracht. Lem, ausgebildet in der Medizin, spottet über die Wissenschaft, die nur sich selbst begegnet, und schreibt zugleich eine Trauergeschichte: der Ozean schickt den Forschern Menschen, die sie verloren haben.

Inhalt

Kelvin landet in einer Station, die ungepflegt und ängstlich wirkt. Der Kollege Gibarian hat sich umgebracht; Snaut trinkt und redet in Andeutungen; Sartorius verschanzt sich im Labor. In den Gängen huschen Gestalten, die nicht zur Besatzung gehören. Kelvin findet Gibarians Notizen und bald darauf in seiner Kabine Harey, seine Frau, die sich vor Jahren das Leben genommen hat. Sie ist aus seiner Erinnerung gebaut, vollständig, warm, ohne Narbe des Selbstmords, und sie kann nicht fort. Schließt man sie aus, kehrt sie zurück; verletzt sie sich, heilt der Körper sofort. Kelvin schickt das erste Erscheinen in einer Rakete fort; die nächste Harey weiß davon nichts und leidet, als sie es erfährt.

Die Besucher – so nennt die Station sie – stammen aus den beschämendsten, hartnäckigsten Erinnerungen. Snauts und Sartorius' Gestalten bleiben unsichtbar oder hinter Türen; Kelvin muss mit Harey leben, die zu fragen beginnt, was sie sei. Die Männer versuchen Röntgen, Neutrinos, Zerstörung; sie entwerfen ein Gerät, das die Bewusstseinsströme des Schlafenden dem Ozean anbietet, als wäre das eine Sprache. Der Ozean antwortet mit neuen Formationen seiner Oberfläche, den symmetriaden und mimoiden Gebilden, die die Solaristik seit Jahrzehnten beschreibt und nicht deutet. Harey begreift, dass sie eine Wiederholung ist, und will aufhören. Ein Ende der Erscheinung wird herbeigeführt; Kelvin bleibt, blickt auf den Ozean und weiß nicht, ob er auf Vergebung wartet oder auf nichts.

Lem schiebt Traktate der Solaristik in den Roman: die Geschichte der Entdeckung, die Schulen, die den Ozean für ein Kind, eine Maschine, einen Gott hielten. Diese Kapitel sind Satire auf Fußnoten und Prioritätenstreit. Die Station ist der Ort, an dem die Satire aufhört, weil Schuld nicht zitierbar ist. Kelvin liebt die Wiederkehr und hasst sie, weil sie seine Unterlassung – er hat Harey nicht gehalten – in Fleisch zurückgibt. Der Ozean bleibt unansprechbar. Kontakt ist nicht Gespräch, sondern Spiegel.

Einordnung

Andrej Tarkowskis Film von 1972 hat aus dem Stoff eine irdische Sehnsucht gemacht, Steven Soderberghs Fassung von 2002 eine Liebesgeschichte im Weltraum; beide kürzen die Solaristik, die für Lem der Witz und die Anklage ist. Der Roman steht gegen die amerikanische Zukunftsliteratur, die Außerirdische als Feinde oder Lehrer denkt. Bei Lem erkennt der Mensch im Fremden nur die eigene Wunde. Deutsche Suhrkamp-Ausgaben haben das Buch im Westen festgesetzt; Lem hat sich über Verkürzungen und über Tarkowski beklagt, der ihm zu viel Erde und zu wenig Ozean zeigte.

Wer nach 1961 über die Grenzen der Erkenntnis spricht, kommt an diesem Meer nicht vorbei. Es ist keine Allegorie des Kommunismus und keine der Trauer allein, obwohl beides mitliest. Es ist die Behauptung, dass eine andere Intelligenz uns nicht brauchen könnte, uns aber trotzdem die Toten schickt. Neben den philosophischen Erzählungen Lems – Der futurologische Kongress, Sterntagebücher – bleibt Solaris das geschlossenste Buch. Eine Station, drei Männer, eine Wiederkehr, ein Planet, der nicht antwortet: mehr Handlung braucht die Einsicht nicht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.