Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie

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Karl Marx · 1844 · Sachbuch, Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie
Autor(en): Karl Marx


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1844
Schlagwörter: Religion, Proletariat, Hegel, Emanzipation
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Dietz Verlag
Serie: Marx-Engels-Werke 1
Umfang dieser Ausgabe: 618 Seiten
ISBN: 9783320002114
Verweise
Umschlag

Zur Kritik der Hegelschen Rechts-Philosophie umfasst zwei Texte von Karl Marx aus den Jahren 1843 und 1844: die zwischen März und August 1843 in Kreuznach geschriebene, zu Lebzeiten ungedruckte Kritik von Georg Wilhelm Friedrich Hegels Staatsrecht, 1927 zuerst veröffentlicht, und die Einleitung, die Ende 1843 bis Januar 1844 entstand und 1844 in den Deutsch-Französischen Jahrbüchern erschien. Die Einleitung ist der berühmtere, kürzere Text; das Manuskript zum Staatsrecht der ausführlichere. Zusammen markieren sie den Übergang von der Hegel-Kritik zur Politik. Die Forderung lautet, die Waffen der Kritik durch die Kritik der Waffen zu ergänzen.

Inhalt

Das Kreuznacher Manuskript geht Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts von 1821 Paragraph für Paragraph nach, soweit die überlieferten neununddreißig Bögen reichen; der erste Bogen fehlt. Marx greift die Abstraktheit von Hegels Staatsbegriff an: Hegel mache die Idee zum Subjekt und die wirklichen Subjekte – Familie, bürgerliche Gesellschaft, Staat – zu bloßen Prädikaten. Die Verfassung erscheine als Entfaltung der logischen Idee, nicht als Werk der Menschen. Demokratie wäre die Verfassung, in der der Mensch als Gattungswesen vorkommt; die Monarchie ist die Entfremdung dieses Wesens. Marx bleibt hier noch in der Sprache Feuerbachs und der junghegelianischen Kritik, aber die Richtung ist politisch: nicht der Staat erzeugt die Gesellschaft, die Gesellschaft erzeugt den Staat, und Hegels Umkehrung ist die philosophische Weihe der bestehenden Verhältnisse.

Die Einleitung setzt bei der Kritik der Religion an, die für Deutschland im Wesentlichen beendet sei. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, der Geist geistloser Zustände; sie ist das Opium des Volkes – eine Zuspitzung einer Formel Heinrich Heines. Die Kritik des Himmels verwandelt sich so in die Kritik der Erde, die der Religion in die des Rechts, die der Theologie in die der Politik. Deutschland habe in der Philosophie seine Geschichte nachgeholt, ohne sie politisch zu vollziehen; deshalb könne die deutsche Emanzipation nur eine menschliche sein, nicht eine bloß politische. Träger dieser Emanzipation sei eine Klasse, die kein besonderes Unrecht erleidet, sondern das Unrecht schlechthin, die in ihrer Befreiung die Gesellschaft befreit: das Proletariat. Die Philosophie ist der Kopf, das Proletariat das Herz; eines kann nicht aufgehoben werden, ohne dass das andere verwirklicht wird.

Dem Bild Hegels von der Eule der Minerva, die erst in der Dämmerung fliegt, setzt Marx am Ende das Schmettern des gallischen Hahns entgegen: Sind alle inneren Bedingungen erfüllt, wird der deutsche Auferstehungstag verkündet. Der Ton der Einleitung ist rhetorisch, biblisch im Pathos, und dann von einer begrifflichen Schärfe, die den Übergang von der Religionskritik zur Klassenanalyse in wenigen Seiten vollzieht. Das Manuskript zum Staatsrecht ist trockener, schulmäßiger, ein Ringen mit Hegels Sätzen. Zusammen sind sie kein geschlossenes Buch, sondern eine Schwelle. Hinter ihnen liegt die Hegel-Schule, vor ihnen die materialistische Geschichtsauffassung der Thesen über Feuerbach und der Weg zu Das Kapital.

Einordnung

Die Opium-Formel hat den Text überdauert, oft verkürzt zur Beleidigung der Frommen, seltener als Satz über das Leiden, das sich einen Heiligenschein macht. Die Einleitung gehört zu den Gründungstexten des Marxismus; das Staatsrechts-Manuskript blieb Fachlektüre der Hegel- und Marxforschung. Friedrich EngelsDie Lage der arbeitenden Klasse in England lieferte im selben Umkreis die empirische Anschauung der Klasse, die Marx hier noch philosophisch einsetzt. Hegels Grundlinien und die Phänomenologie des Geistes sind der Gegner, den Marx nicht verlässt, indem er ihn umstülpt: Die Spekulation wird zur Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft, sobald die Logik nicht mehr das Subjekt ist.

Wer nur das Opium zitiert, verfehlt, dass Marx die Religionskritik für abgeschlossen erklärt, um zur Politik überzugehen. Wer nur das Proletariat hört, verfehlt, dass es 1844 in Deutschland kaum existierte und hier als philosophische Notwendigkeit auftritt, nicht als Zählung. Neben den Thesen über Feuerbach und dem Manifest der Kommunistischen Partei bleibt die Einleitung der Text, in dem aus der Kritik der Spekulation die Forderung nach einer Klasse wird, die die Philosophie verwirklicht, indem sie sich selbst aufhebt. Der gallische Hahn hat anders gekräht, als Marx hoffte; der Satz über das Opium wird weiter gesprochen, oft gegen den Zusammenhang, der ihn trägt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.