The Gang

Frederic M. Thrasher · 1927 · Sachbuch, Soziologie


Das Werk
Deutscher Titel: The Gang
Autor(en): Frederic M. Thrasher


Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1927
Schlagwörter: Jugend, Territorium, Chicago, Gruppe
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: University of Chicago Press


Umfang dieser Ausgabe: 571 Seiten
ISBN: 9780226799308
Verweise


The Gang. A Study of 1,313 Gangs in Chicago ist die 1927 bei der University of Chicago Press erschienene Untersuchung von Frederic M. Thrasher über jugendliche Banden in Chicago. Thrasher zählt und erzählt: Namen, Karten, Territorien, der Junge, der in der Gruppe ein Selbst findet. Das Buch ist die empirische Masse hinter der Formel, mit der Robert E. Park die Stadt zur Methode erklärt hatte. Eine gängige deutsche Gesamtübersetzung fehlt.

Inhalt

Zwischen 1919 und 1926 hat Thrasher mehr als tausenddreihundert Gemeinschaften männlicher Jugendlicher in Chicago verfolgt, nicht als Kuriosum der Unterwelt, sondern als soziale Form in den Ritzen der Stadt. Die Bande entsteht in den interstitial areas, den Zwischenzonen, wo Wohnviertel aneinanderstoßen, die Herkunftskultur bröckelt und die offizielle Ordnung nicht trägt. Sie ist spontane Antwort auf zerrüttete Familien, niedrige Löhne, Arbeitslosigkeit, korrupte Politik, auf die Reibung der Einwanderung und auf rassistische Ausschlüsse, nicht zuerst ein Verein von Verbrechern. Territorium wird verteidigt, Spiel in Ernst überführt, ein Code aus Spitznamen, Mutproben und Feindschaften gebildet, der Halt gibt, wo die Schule und das Elternhaus ihn versagen. Thrasher nennt diese Gruppen Zwischengruppen, weil die meisten Jungen sie wieder verlassen und sich den Erwartungen der Stadt anpassen; die Minderheit, die bleibt, kann in die organisierte Kriminalität hineinwachsen. Eine scharfe Grenze zwischen Jugend und Verbrechen zieht er nicht.

Das Buch ist romantisch und hart in einem. Es kartiert Chicago, nennt Ecken und Namen, lässt die Stadt als Spielplatz und als Falle erscheinen. Gegen Parks und Ernest W. Burgess' Ringe, die Schulbücher gefüllt haben, setzt Thrasher die Jugend, die die Zone nicht nur durchwandert, sondern besetzt. Gegen Louis Wirths The Ghetto, das die Absonderung einer Kultur hinter Mauern beschreibt, setzt er die männliche Gruppe, die sich ihr Gebiet nimmt. Die Bande hat keine Satzung; Rollen und Ansehen entstehen im Streit nach außen und in der Reibung nach innen. Thrasher unterscheidet lockere, kurzlebige Haufen von gefestigten Banden, die aus Dauer und Konflikt entstehen, von förmlichen Klubs, die Sozialarbeiter oft erst geschaffen haben, und von dem kriminellen Typ, der übrigbleibt, wenn die Integration der Älteren misslingt. Gegen die Schulbuchfassung Chicagos als bloße Theorie der Zonen steht diese Zählung.

Die spätere Kriminalsoziologie hat den Band als Vorläufer der Subkulturtheorie genommen und oft die Ethnographie vergessen: die Karten, die Namen, die Stadt als Ort, nicht als Variable. Thrasher war Schüler Parks und hat die humanökologische Sprache mitgeführt; zugleich liefert er eine Dichte der Beobachtung, die das Schema sprengt. Die Kritik nannte die Masse unscharf – dreizehnhundert Gruppen, deren Grenzen der Beobachter zieht –, den Ton zu nachsichtig gegenüber der Männlichkeit der Straße und die Trennung von Jugend und Verbrechen zu weich. Geblieben ist die Erlaubnis, die Bande als soziale Organisation zu lesen, nicht nur als Defekt. William Foote Whyte hat in der Street Corner Society später eine Ecke ausgeharrt; Thrasher hat die Stadt als Ganzes zu zählen versucht.

Einordnung

Thrasher hat der Chicagoer Schule die Jugendbande gegeben, ohne die Parks The City ein bloßes Programm bliebe und Wirths Ghetto die einzige Form der Absonderung. Neben Der polnische Bauer in Europa und Amerika steht hier die zweite Generation der Einwandererstadt, die nicht mehr den Brief aus der Heimat schreibt, sondern die Straße besetzt. Die Kriminologie hat den Band kanonisiert, die Stadtsoziologie ihn oft hinter Whytes Ecke und hinter Erving Goffmans kleiner Ordnung zurücktreten lassen. Jugendgruppen in der Großstadt sind seither Vorstufe der Straftat oder Spiel genannt worden; Thrasher hält die soziale Organisation dazwischen fest.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.