Der polnische Bauer in Europa und Amerika
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der polnische Bauer in Europa und Amerika |
| Autor(en): | William I. Thomas, Florian Znaniecki |
| Originaltitel: | The Polish Peasant in Europe and America |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1918 |
| Schlagwörter: | Migration, Brief, Einstellung, Bauer |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Soziologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Alfred A. Knopf
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| Umfang dieser Ausgabe: | 1280 Seiten |
| ISBN: | 9780252064845 |
| Verweise | |
Der polnische Bauer in Europa und Amerika (englisch The Polish Peasant in Europe and America) ist das 1918 bis 1920 in mehreren Bänden erschienene Gemeinschaftswerk von William I. Thomas und Florian Znaniecki, die Gründungsstudie der Chicagoer Schule der Soziologie. Briefe, Lebensgeschichten, die Emigration aus den polnischen Teilungsgebieten in die amerikanischen Städte: Die Autoren lesen sozialen Wandel als Umbau von Einstellungen, nicht als Statistik der Armut allein. Das Buch hat der empirischen Soziologie das Dokument und der Migrationsforschung das Subjekt gegeben.
Inhalt
Thomas und Znaniecki versammeln Tausende von Briefen zwischen Herkunftsdörfern und Chicago, Pittsburgh, den Industriestädten, dazu eine lange Autobiographie. Sie wollen nicht das Elend illustrieren, sondern die Werte, die in der Bewegung zerbrechen und neu zusammengesetzt werden: Familie, Ehre, Religion, der Status im Dorf gegen den Lohn in der Fabrik. Die berühmte Formel von Einstellung und Wert, attitude and value, soll erklären, warum dieselben Lagen verschiedene Handlungen erzeugen. Der Mensch der Schule ist nicht der homo oeconomicus und nicht die Klasse, sondern der Briefschreiber, der deutet, was ihm geschieht.
Die Methode ist die des persönlichen Dokuments, gegen den damaligen Glauben an die große Zahl allein. Znaniecki bringt die europäische Philosophie und die polnische Landsoziologie mit; Thomas die Chicagoer Neugier auf die Stadt als Labor. Zusammen entsteht eine Theorie des sozialen Werdens: Desorganisation ist nicht Verfall, sondern Übergang, in dem neue Regeln noch nicht tragen. Die amerikanische Gesellschaft erscheint vom Rand her, vom Einwanderer, der sie lernen muss. Wer nur die Briefe als Quelle kennt, unterschlägt die Theorie; wer nur die Theorie kennt, unterschlägt, dass hier zum ersten Mal die Stimme der Migrierenden das Buch trägt.
Die späteren Bände und Auflagen haben gekürzt, was die erste Ausgabe an Masse war. Die Kritik hat die Typen für grob, die Auswahl für parteiisch, die Vernachlässigung der Arbeit im Betrieb für bürgerlich gehalten. Geblieben ist das Muster: Wer sozialen Wandel verstehen will, muss die Deutung derer lesen, die ihn erleiden und vollziehen. Die Chicagoer Schule hat daraus die Stadtethnographie gemacht; dieses Buch bleibt das Epos davor, ländlich und atlantisch zugleich.
Einordnung
Ohne den polnischen Bauern wäre Chicago eine Stadtforschung ohne Herkunft. Park und Burgess haben die Stadt kartiert; Thomas und Znaniecki haben die Bewegung gezeigt, die die Stadt füllt. Die Migrationssoziologie, die Biographieforschung, die qualitative Methode führen sich auf diesen Band zurück, oft ohne die fünf Bände gelesen zu haben. Neben Whytes Die Street Corner Society steht er als der andere Gründungstext: nicht die Ecke, sondern der Brief über den Ozean. Wer die Chicagoer Schule nur als Street Corner kennt, hat den Bauern nicht gelesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
