Saving the Text
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Saving the Text |
| Autor(en): | Geoffrey Hartman
|
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1981 |
| Schlagwörter: | Derrida, Lektüre, Yale, Rettung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Literaturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Johns Hopkins University Press |
| Erscheinungsort: | Saving the Text |
| Umfang dieser Ausgabe: | 216 Seiten |
| ISBN: | 9780801824520 |
| Verweise | |
Saving the Text. Literature/Derrida/Philosophy ist das 1981 bei Johns Hopkins erschienene Buch von Geoffrey Hartman über die Frage, was aus der Literatur wird, wenn die Philosophie sie als Schrift liest. Hartman nimmt Jacques Derridas Glas ernst als Dichtung und als Denken zugleich, ohne den Text in eine Methode aufzulösen. Eine deutsche Gesamtübersetzung fehlt.
Inhalt
Hartman liest Glas nicht als Angriff auf die Literatur, sondern als eine Form des Kommentars, die Hegel und Genet, Glocke und Tod, Wortspiel und Begriff ineinanderzieht, bis die Grenze zwischen Philosophie und Dichtung selbst zum Gegenstand wird. Rettung des Textes heißt hier: den Text nicht der Theorie zu opfern, die ihn erklärt, und ihn auch nicht der alten Werkfrömmigkeit zurückzugeben, als wäre Bedeutung ein Besitz. Der Kommentar bleibt Schreiben, Anspielung, Fülle; er darf wuchern, weil Literatur selbst wuchert. Gegen die Kälte, mit der Paul de Man in den Allegorien des Lesens jede Figur in Unlesbarkeit umlegt, setzt Hartman die Treue zur Wortmasse, zum Zitat, zur heiligen und unheiligen Tradition des Auslegens. Yale wird in diesem Buch nicht zur Marke, sondern zur Lage: Man dekonstruiert, indem man weiterliest.
Die Kapitel führen von Derridas Glas-Arbeit in die ältere Kultur der Kritik, in der der Kommentar selbst eine literarische Gattung war. Hartman erinnert an die rabbinische und die romantische Auslegung, an Wordsworth, an die englische Essaytradition, ohne daraus eine Genealogie zu zimmern, die Derrida nur noch als Spätling erscheinen ließe. Was die amerikanische Universität der siebziger Jahre als Theorie importierte, war für ihn eine Steigerung des Lesens, nicht dessen Ersatz. Gegen die Lesart, Dekonstruktion zerstöre den Sinn, hält Hartman fest: Der Text stirbt nicht, weil man seine Widersprüche zeigt; er wird genauer, reicher, verwundbarer. Hartman nennt das Wunsch und Wort in einem Atem, weil Begehren und Rhetorik im selben Satz arbeiten. Die Polemik gegen den Positivismus der alten Philologie und gegen die Allegorie, die nur noch das Scheitern kennt, ist dieselbe Bewegung.
Ein Jahr zuvor hatte Hartman in Criticism in the Wilderness die Kritik als Schreiben in der Wildnis nach dem Verlust der sicheren Auslegung beschrieben. Saving the Text verschärft das an einem einzigen französischen Buch, das die amerikanische Literaturwissenschaft kaum zu schlucken wusste. Der Sammelband Deconstruction and Criticism von 1979 hatte fünf Namen auf einen Umschlag gesetzt; hier spricht einer von ihnen in eigener Sache, vermittelnd und parteiisch. Die Kritik nannte Hartman zu weich, zu essayistisch, zu fromm gegenüber der Dichtung, die Derrida angeblich entzaubert habe. Geblieben ist die Auskunft, dass Lesen ein Schreiben bleibt und dass Yale mehr war als die Kälte de Mans und der Streit Harold Blooms in der Einflussangst. Das Buch ist amerikanisch geblieben, weniger übersetzt als de Man, und genau darin liegt seine Wirkung: in Seminaren in New Haven, in einer Generation, die Hartman als Lehrer trug, nicht als System.
Einordnung
Hartman hat der Yale-Dekonstruktion die Stimme gegeben, die den Text nicht töten wollte. Neben Derridas Grammatologie und de Mans Allegorien steht dieser Band als der Versuch, Philosophie und Literatur so aneinanderzuhalten, dass keine die andere beerbt. J. Hillis Millers The Ethics of Reading hat daraus später eine Pflicht des Lesens gemacht; Hartman hält die Fülle, nicht die Vorschrift. Die amerikanische Literaturwissenschaft der achtziger Jahre hat in ihm den Vermittler gesehen, den die Pole zerrissen, und die späteren Arbeiten über die Shoah haben das Rettungsbuch oft überstrahlt. Geblieben ist die amerikanische Adresse der Dekonstruktion, die den Text retten wollte, statt ihn zu entzaubern.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
