Deconstruction and Criticism
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Deconstruction and Criticism |
| Autor(en): | |
| Herausgeber: | Harold Bloom, Paul de Man, Jacques Derrida, Geoffrey Hartman, J. Hillis Miller |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1979 |
| Schlagwörter: | Yale, Dekonstruktion, Manifest, Sammelband |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Literaturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Continuum Publishing Group
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| Umfang dieser Ausgabe: | 224 Seiten |
| ISBN: | 9780826476920 |
| Verweise | |
Deconstruction and Criticism ist der 1979 bei Continuum in New York erschienene Sammelband von Harold Bloom, Paul de Man, Jacques Derrida, Geoffrey Hartman und J. Hillis Miller. Fünf Namen unter einem Umschlag machten Yale zur Adresse einer Schule, die sich so nicht gegründet hatte. Der Band ist weniger ein gemeinsames Programm als der Augenblick, in dem die amerikanische Universität die französische Dekonstruktion als literarische Praxis sichtbar machte – und in dem sichtbar wurde, dass nicht alle fünf dasselbe darunter verstanden.
Inhalt
Hartmans Vorwort zieht die Linie, die der Band nicht zudeckt. Derrida, de Man und Miller gelten ihm als die eigentlichen Zerstörer der Sicherheit – Hartman nennt sie Würgeschlangen der Dekonstruktion –, die den Text so weit treiben, bis Sinn und Absicht nicht mehr als Halt dienen. Sich selbst und Bloom nennt er kaum Dekonstrukteure, mitunter Gegner: Sie schreiben noch mit Pathos, mit dem starken Dichter, mit der Treue zur Stimme, die Derrida gerade verdächtigt. Ursprünglich sollten die Beiträge die englische Romantik und besonders Shelley treffen. Der Plan zerfiel, und gerade das ist der Inhalt. De Man liest in Shelley Disfigured das unvollendete Triumph of Life als Allegorie eines Lesens, das Gesichter und Bedeutungen entstellt, statt sie zu retten. Miller bleibt bei demselben Gedicht. Derrida liefert mit Living On / Border Lines den längsten Text: eine Lektüre von Maurice Blanchots Erzählung L'Arrêt de mort, doppelspaltig, mit einem unteren Rand, der den oberen unterläuft – Überleben, Grenze, die Unmöglichkeit, den Text in einer Stimme zu halten. Bloom und Hartman erwähnen Shelley nur noch am Rande und gehen zu Keats und Wordsworth, als gehörte die Romantik ihnen und die Theorie den anderen.
Genau diese Uneinigkeit hat der Markt als Schule verkauft. Der Band behauptet ein Wir, das die Universität brauchte: eine erkennbare Yale-Kritik gegen die ältere amerikanische Werkimmanenz, gegen die sichere Ironie, gegen den Autor als Herr des Sinns. Derrida bringt den französischen Kern mit, den die Grammatologie 1967 gelegt hatte; de Man macht daraus in denselben Jahren die rhetorische Pflicht der Lektüre, die Allegorien des Lesens systematisiert. Bloom bleibt der Fremde, der in Einflussangst den Kampf mit den Toten als Stärke will, nicht als Unlesbarkeit. Hartman sucht den Kommentar als Schreibweise, die die Wildnis aushält, ohne den Text zu besitzen; Millers Ethik des Lesens wird wenig später zum eigenen Buch. Wer den Sammelband als Manifest unterschreibt, unterschlägt, dass Bloom die Dekonstruktion oft verwarf und Hartman sie für eine Lage hielt, nicht für eine Methode. Wer ihn als bloßes Werbeheft abtut, unterschlägt, dass 1979 zum ersten Mal an einem Ort zu lesen war, was New Haven meinte, wenn es »Theorie« sagte.
Die Aufnahme war laut. Denis Donoghue las den Band in der New York Review als Zumutung einer Prosa, die Wahrheit in Rhetorik auflöst; Verteidiger sahen darin endlich die Ernsthaftigkeit, die der Literaturwissenschaft nach dem Strukturalismus fehlte. Eine deutsche Gesamtübersetzung der fünf Essays als Buch gibt es nicht; die Wirkung lief über die Universitäten, Übersetzungen einzelner Stücke und den Streit um de Mans belgische Zeitungstexte, der nach 1988 rückwirkend den ganzen Bund belastete. Derrida hat den Freund verteidigt; andere haben die Unlesbarkeit als Ausflucht gelesen. Der Sammelband selbst enthält diesen Skandal noch nicht. Er enthält die Geste, aus der er später gelesen wurde: dass Lesen eine Gefahr sei, keine Erläuterung.
Einordnung
Ohne diesen Band bleibt die Yale-Kritik eine Summe von Monographien, deren gemeinsamer Auftritt unsichtbar wäre. Neben Derridas Grammatologie, de Mans Allegorien des Lesens, Blooms Einflussangst, Hartmans Criticism in the Wilderness und Millers The Ethics of Reading steht 1979 als der Umschlag, der die Adresse setzte. Die Kritik hat das Wir als Markenbildung und die Prosa als Verdunkelung getadelt; beides hat die Wirkung nicht gebrochen. Wer nach 1979 in Amerika über Dekonstruktion in der Literaturwissenschaft spricht, spricht von diesem Buch mit oder gegen es – als Schule, die keine war, und als Ereignis, das eine war.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
