Mumins lange Reise
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Mumins lange Reise |
| Autor(en): | Tove Jansson |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1945 |
| Seitenanzahl: | 95 Seiten |
| Originaltitel: | Småtrollen och den stora översvämningen |
| Originalsprache: | schwedisch |
| ISBN-10: | 3150146801 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150146804 |
| Schlagwörter: | Trolle, Flut, Familie, Suche |
| Sachgebiete: | Kinderbuch |
| Rezensionen | |
Mumins lange Reise ist das erste Kinderbuch von Tove Jansson über die Mumins, 1945 auf Schwedisch in Helsinki erschienen unter dem Titel Småtrollen och den stora översvämningen. Der deutsche Titel kam erst 1992, in der Übersetzung von Birgitta Kicherer, mehr als zwanzig Jahre nach den späteren Bänden. Jansson hatte 1939, im Winterkrieg, als Gegengewicht zur Hoffnungslosigkeit zu schreiben begonnen; als sie 1945 schloss, war die Flut im Buch auch die Flut des Jahrhunderts. Die Mumins sind hier noch nicht das eingeschliffene Talvolk der späteren Geschichten. Es ist ein schmales Märchen über Mutter, Kind und einen abwesenden Vater, das Jansson später nicht in die Revision der Reihe aufnahm, weil es zu den anderen nicht passen wollte. Gerade diese Ungelenkheit macht es zum Anfang.
Inhalt
Mumin wandert mit der Muminmutter durch Wälder und Sümpfe. Sie suchen den Muminvater, der auf Entdeckung gegangen und nicht zurückgekommen ist; die Mutter hat die Hoffnung beinahe aufgegeben und geht trotzdem weiter. Unterwegs nehmen sie ein kleines Tier mit, das in späteren Büchern Schnüferl heißen wird und hier noch keinen festen Namen braucht. Sie begegnen Hatifnatten, die namenlos und unheimlich bleiben, einem Erfinder, dessen geschlossene Welt aus Süßigkeiten besteht, und Tieren, die vor dem Wetter fliehen. Die Zuckerlandschaft gefällt eine Weile, dann bekommen die Mumins Bauchschmerzen, vermissen das Tageslicht und wählen die ungeschönte Natur gegen die gemachte Herrlichkeit. Jansson zeichnet die Stationen nicht als Prüfungen mit Lehre, sondern als Begegnungen, nach denen man nass, hungrig und ein Stück weiter ist.
Der Regen wird zur Überschwemmung. Wer ein Haus hatte, hat es nicht mehr; die Flüchtenden drängen sich auf dem, was noch über Wasser ragt. Unter ihnen finden Mutter und Sohn den Vater. Er erzählt von einem Haus, das er für die Familie gebaut hat und in das er sie nachholen wollte; die Flut hat es mitgerissen. Die wieder vereinte Familie wandert weiter, nicht als Sieger, sondern als drei, die sich nicht verloren haben. Das kleine Tier bleibt bei ihnen. Die Bedrohung ist nicht ein Bösewicht, sondern das Wetter, das niemanden fragt, und die Trennung, die ein Krieg den Lesern von 1945 nicht erklären musste.
Nach einer Weile erreichen sie ein schönes Tal. Dort steht, von der Flut an diesen Ort gespült, das Haus, das der Vater beschrieben hat. Sie bleiben. Das Mumintal ist noch nicht das Tal der späteren Feste, der kleinen Mü und der Angsteule; es ist ein Ort, den das Wasser hingestellt hat, und eine Familie, die ihn annimmt. Der Schluss ist versöhnlich, ohne die Reise nachträglich in ein Abenteuer mit Lohn zu verwandeln. Wer ankommt, hat gesehen, dass Häuser schwimmen und Väter wiederkommen können, und dass beides kein Recht ist, sondern Glück.
Einordnung
Jansson hat das Buch lange nicht neu auflegen wollen. Die späteren Muminbände, beginnend mit Komet im Mumintal, sind reicher an Figuren und ruhiger im Ton; Mumins lange Reise bleibt der Vorläufer, in dem die Katastrophe noch nach Krieg riecht. Die Augsburger Puppenkiste und die Zeichentrickfilme haben das Tal weltbekannt gemacht, oft ohne diesen ersten Band. Wer die Mumins nur als gemütliche Trolle kennt, trifft hier eine Mutter, die sucht, und eine Flut, die nicht scherzt. Das Leben in der Natur bleibt trotzdem das gewünschte: Die Zuckerwelt des Erfinders ist die Absage an eine Geborgenheit, die das Licht draußen lässt.
Als Kinderbuch steht der Band neben Astrid Lindgren und neben Selma Lagerlöfs Nils Holgersson, ohne deren Breite. Er ist kürzer, inkonsistenter, und er braucht die späteren Bücher nicht, um verstanden zu werden – die späteren Bücher brauchen ihn nicht, um zu beginnen. Genau das hat Jansson gesehen, als sie die Überarbeitung liegen ließ. Reclam hat den Text mit Janssons eigenen Bildern wieder in die Reihe der lesbaren Anfänge geholt. Die Reise bleibt lang, das Tal bleibt ein Zufall des Wassers, und die Familie bleibt drei plus ein kleines Tier, das mitgeht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
