La technique ou l'enjeu du siècle
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | La technique ou l'enjeu du siècle |
| Autor(en): | Jacques Ellul |
| Originaltitel: | La technique ou l'enjeu du siècle |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1954 |
| Schlagwörter: | Technik, Effizienz, Autonomie, Gesellschaft |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Gesellschaftstheorie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Vintage
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 449 Seiten |
| ISBN: | 9780394703909 |
| Verweise | |
The Technological Society ist die 1964 erschienene englische Fassung von Jacques Elluls 1954 bei Armand Colin herausgebrachtem Werk La technique ou l'enjeu du siècle. Ellul, Soziologe und reformierter Theologe in Bordeaux, bestimmt Technik nicht als Maschinenpark, sondern als die Gesamtheit aller Methoden, die vernünftig gefunden wurden und absolute Effizienz haben. Damit fällt unter den Begriff auch Verwaltung, Propaganda, Medizin und Pädagogik. Aldous Huxley drängte auf die Übersetzung und nannte das Buch das beste europäische Werk über den Einfluss der Technik auf die Gesellschaft. Eine vollständige deutsche Ausgabe fehlt; gelesen wird der Text im englischen Taschenbuch bei Vintage.
Inhalt
Ellul schreibt gegen die Vorstellung, Technik sei ein Werkzeug, das der Mensch nach Belieben führt und beiseitelegt. Die moderne Technik habe sich von Zwecken gelöst und gehorche nur noch dem Gesetz, jedes Mittel durch ein wirksameres zu ersetzen. Sie sei künstlich, selbstverstärkend, universal und autonom: wer eine Technik einführt, erzeugt den Zwang zur nächsten. Historisch diente das Können begrenzten Zielen; seit dem achtzehnten Jahrhundert wird Effizienz selbst zum Ziel. Ellul bestreitet, dass diese Wende wissenschaftlichen Ursprungs sei. Die moderne Technik habe einen religiösen Kern: sie erzeuge Ekstase, Heilserwartung und Tabus, vergleichbar dem Kult. Der Mensch, der glaubt zu wählen, wählt nur noch zwischen technischen Varianten.
Die Behauptung wird an Wirtschaft, Staat und den sogenannten menschlichen Techniken durchgeführt. In der Wirtschaft verschwindet der unabhängige Produzent hinter Planung, Norm und Maschine; der Markt selbst wird zur Technik der Zuteilung. Der Staat übernimmt die Technik, weil nur er die Mittel bündeln kann, und wird von ihr übernommen: Verwaltung, Statistik, Polizei und Krieg gehorchen demselben Effizienzgebot. Die menschlichen Techniken – Erziehung, Medizin, Propaganda, Freizeitgestaltung – formen den Menschen, damit er in der technischen Umwelt funktioniert. Arbeit, Wohnen und Unterhaltung werden durchorganisiert, bis Spontaneität als Störung erscheint. Ellul beschreibt keine Verschwörung von Ingenieuren, sondern einen Prozess, der niemanden braucht, der ihn will, weil jeder Teilakt rational ist. Das letzte Kapitel blickt auf die Zukunft: die technische Gesellschaft werde den Menschen nicht notwendig töten, aber ihn anpassen, bis Freiheit nur noch als Stimmung in der Freizeit übrig sei.
Unsicher wird das Buch, wo aus der Zeitdiagnose ein geschlossenes System wird. Ellul räumt ein, dass ältere Gesellschaften Techniken kannten, und besteht dennoch auf einem Bruch, den Historiker als Übertreibung gelesen haben. Die religiöse Deutung der Technik erklärt die Faszination, ersetzt aber nicht die Wirtschaftsgeschichte der Industrialisierung. Gegner haben ihm Determinismus vorgeworfen: wenn Technik autonom sei, bleibe kein Ort für Politik. Ellul antwortet mit der christlichen Freiheit als Weigerung, nicht mit einem Gegenplan. Der Ton ist der eines Moralisten, der Soziologie schreibt: streng, wiederholend, ohne den Trost, eine bessere Maschine werde retten. Die Grenze, die er zieht – Technik als Milieu, nicht als Mittel –, ist eine Warnung, keine Bedienungsanleitung zum Ausstieg.
Einordnung
Huxley und die Zeitschrift The Nation haben dem Buch den Rang eines Schlüsselwerks der zweiten Jahrhunderthälfte gegeben. Es steht neben Lewis Mumfords Technikgeschichte und neben Martin Heideggers Frage nach der Technik, näher an der Soziologie als an der Ontologie. Ernst Friedrich Schumachers Small Is Beautiful sucht das Maß im Kleinen; Ellul bezweifelt, dass Maßhalten die Autonomie der Technik bricht. Die spätere Medien- und Risikoforschung hat seine Kategorien aufgenommen, oft ohne den theologischen Grund. Ein düsteres Nachleben hatte die englische Fassung bei Lesern, die aus der Diagnose eine Absage an die moderne Gesellschaft überhaupt machten.
Geblieben ist der Satz, dass Technik die Gesamtheit effizienter Methoden sei und sich selbst zum Zweck werde. Wer nach 1954 über Digitalisierung, Verwaltung und die Unfähigkeit politischer Steuerung spricht, spricht hinter diesem Buch oder gegen es. Die englische Ausgabe hat den polemischen Atem der fünfziger Jahre bewahrt; er ist älter geworden und nicht erledigt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Grok 4.6, xAI). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.
