Die vierzig Tage des Musa Dagh

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die vierzig Tage des Musa Dagh
Autor(en): Franz Werfel
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 1933
Seitenanzahl: 989 Seiten
Originaltitel: Die vierzig Tage des Musa Dagh
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3596294584
ISBN-13/

EAN-Code:

9783596294589
Schlagwörter: Armenier, Widerstand, Berg, Vernichtung
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Die vierzig Tage des Musa Dagh ist der 1933 erschienene Roman von Franz Werfel. Armenische Dörfer am Mittelmeer verweigern 1915 den Marsch in die Wüste und halten auf einem Berg stand, bis französische Schiffe sie holen. Werfel hat den Stoff von Überlebenden gehört, den Musa Dağı gesehen und daraus das große Buch über den Völkermord an den Armeniern gemacht, noch während in Deutschland die neue Macht die Bücher verbrannte. Der Roman ist weit, choralisch und genau in den Ratsversammlungen. Er kam zu spät, um die Toten zu retten, und rechtzeitig, um Europa eine Probe dessen zu zeigen, was Staaten mit Völkern tun.

Inhalt

Gabriel Bagradian, osmanischer Offizier und Pariser Intellektueller, kehrt mit Frau Juliette und Sohn Stephan in das Dorf Yoghonoluk am Musa Dagh zurück. Der Befehl zur Deportation der Armenier erreicht die Küste. Bagradian, der die Armee kennt, überredet die Dörfer am Berg, nicht in die Wüste zu gehen, sondern den Berg zu besetzen. Priester, Handwerker, der Lehrer Hagop Terzian, der starke Sato, der alte Kilikian – eine Volksversammlung beschließt den Widerstand. Sie treiben Vieh, Munition und Heiligtümer den Hang hinauf und bauen Schanzen. Unten beginnen die Märsche, von denen man weiß, dass sie keine Ankunft haben.

Vierzig Tage halten die Verschanzten stand. Türkische Truppen stürmen und werden abgeschlagen; Hunger, Seuchen und Streit kommen von innen. Bagradian führt und zweifelt; Juliette, die Französin, bleibt eine Fremde unter den Dorfleuten und zerbricht an der Lage. Stephan, der Sohn, wächst in den Kampf hinein und fällt bei einem Unternehmen am Hang. Der protestantische Pastor Johannes Lepsius, historisch bezeugt, interveniert in Konstantinopel und stößt auf Talât Pascha, der die Vernichtung als Staatsnotwendigkeit spricht. Auf dem Berg schreiben die Belagerten Briefe, die das Meer nicht trägt. Eine erste Sichtung französischer Schiffe weckt Hoffnung und lässt sie wieder sinken.

Am Ende nehmen Kreuzer der Entente die Überlebenden auf. Bagradian bringt die Seinen zum Strand und kehrt auf den Gipfel zurück, zu den Gräbern und zu der Stelle, von der aus er das Land zuletzt sieht; ein Schuss trifft ihn. Die Geretteten gehen nach Port Said. Was auf dem Musa Dagh geschah, ist eine Ausnahme in einem Feld der Vernichtung: Die meisten Armenier des Reichs haben keinen Berg und keine Schiffe. Werfel erzählt die Ausnahme, damit die Regel sichtbar bleibt. Die vierzig Tage sind eine Zahl der Bibel und der Chronik; sie reichen nicht, und sie haben gereicht, damit einige leben.

Einordnung

Werfel hat den historischen Roman zur Zeugenschaft gemacht, ohne die Fiktion zu verleugnen. Bagradian ist der westlich Gebildete, der heimkehrt und lernt, dass Herkunft tödlich werden kann; die Dorfversammlung ist das politische Herz des Buches. Im Jahr 1933 erschienen, wurde der Roman in Deutschland rasch unmöglich und im Ausland zum Alarm: Wer lesen wollte, konnte lesen, was ein Staat mit einer Minderheit tut. Die türkische Politik hat das Buch lange bekämpft; die armenische Erinnerung hat es angenommen, mit der Einschränkung, dass keine Dichtung die Toten vertritt.

Die amerikanische Filmindustrie hat den Stoff jahrzehntelang geplant und nur von fern berührt; eine Verfilmung, die dem Roman gliche, steht aus. Die Bühne hat ihn öfter gewagt als das Bild. Wer nach Werfel über Vernichtung und Widerstand spricht, spricht hinter diesem Band: hinter einem Berg am Meer, auf dem vierzig Tage lang ein Volk bewies, dass es nicht nur Opfer war. Es bleibt Werfels weitestes Buch, geschrieben von einem, der die nächste Vernichtung in Europa schon kommen sah und ihr dieses Exempel voranstellte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.