Du sollst nicht Deine Tante aufessen!. Kuriose Sitten und Gebräuche aus aller Welt
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Du sollst nicht Deine Tante aufessen!. Kuriose Sitten und Gebräuche aus aller Welt |
| Autor(en): | Stephen Arnott |
| Originaltitel: | Eating Your Auntie Is Wrong |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2006 |
| Schlagwörter: | Sitte, Aberglaube, Brauch, Ethnologie |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Anthropologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Eichborn
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| Umfang dieser Ausgabe: | 176 Seiten |
| ISBN: | 9783821849362 |
| Rezensionen | |
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Du sollst nicht Deine Tante aufessen!. Kuriose Sitten und Gebräuche aus aller Welt ist die 2006 bei Eichborn erschienene deutsche Ausgabe von Eating Your Auntie Is Wrong des britischen Sammlers Stephen Arnott. Das englische Original kam 2004 bei Ebury in London heraus; die deutsche Fassung, unter anderem von Edith Beleites mitbearbeitet, übernimmt den Titel als Gebot und das Ausrufezeichen als Witz. Arnott, in Jamaika geboren und in Süd-London lebend, hatte zuvor merkwürdige Sprichwörter und eine Kulturgeschichte der Toilette gesammelt. Der Band präsentiert Bräuche, Aberglauben und Verbote, die von außen lächerlich klingen und innen eine Ordnung hatten.
Inhalt
Arnott schreibt gegen die Vorstellung, nur die fremde Sitte sei kurios, indem er genau diese Fremdheit als Ware ausstellt. In England sollte der erste Weg des Neugeborenen nach oben führen, weshalb die Hebamme die Treppe hinaufstieg oder ersatzweise auf einen Stuhl. Im Kongo läutet man beim Biertrinken eine Glocke; in Teilen Indiens konnte ein Mann mit einem Schaf verheiratet werden; russische Priester wurden über Felder gerollt, damit die Ernte geriet; rumänische Unterwäsche gegen Flüche verkehrt herum; in Griechenland hilft gegen das Kompliment das Wort Knoblauch und dreimaliges Spucken. Die Artikel sind kurz, ohne Vorwort, ohne Quellen, ohne den Satz, der den Brauch in eine Gesellschaft zurückstellt. Christian Stahl hat das in einer Besprechung als Mangel gelesen: man werde mit dem Amüsement allein gelassen.
Die Sammlung fällt, so dieselbe Kritik, zum größten Teil unter Aberglauben, nicht unter Sitte im engeren Sinn, und genau das ist die Grenze zur Anthropologie. Gegenposition ist jedes ethnologische Handbuch, das denselben Stoff als System nimmt, und Hans Peter Duerrs Arbeit an der Grenze von Wildnis und Zivilisation, die das Kuriosum nicht als Witz braucht. Arnott bleibt Sammler für Reisende, denen der Fettnapf erspart werden soll – so der englische Klappentext – und für Leser, die nicht reisen. Wer nur die Tante sucht, findet den Kannibalismus als Titelwitz. Wer eine Erklärung sucht, findet sie oft nicht.
Unsicher wird der Band, wo das Lachen über den anderen die Distanz zum eigenen magischen Denken zudeckt, die Stahl zu Recht anmahnt. 176 Seiten tragen die Fülle und nicht die Deutung. Die deutsche Ausgabe hat den britischen Blick behalten; Eichborn hat ihn in die Reihe der Kuriosa gestellt, neben Ankowitsch und die Irrtumslexika, ohne aus Arnott einen Ethnologen zu machen. Wer das Büchlein nur als Witzkiste liest, hat den Titel verstanden und den Stoff nicht.
Einordnung
Arnott hat dem deutschen Markt von 2006 ein britisches Kabinett der Gebräuche geliefert, das die Anthropologie nicht ersetzen will und sie trotzdem streift. Der Band steht neben den schönen Wissensbüchern derselben Jahre und neben einer älteren Sittensammlung, die denselben Stoff moralisch nahm. Wer nach diesem Buch eine fremde Regel hört, darf staunen; er muss die Gesellschaft, die sie trug, woanders suchen. London bleibt der Ort des Sammlers; die Tante ist die Pointe.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
