Die schwarzen Jakobiner

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die schwarzen Jakobiner
Autor(en): C. L. R. James
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Dietz
Serie:
Erscheinungsjahr: 1938
Seitenanzahl: 364 Seiten
Originaltitel: The Black Jacobins. Toussaint L'Ouverture and the San Domingo Revolution
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3320023861
ISBN-13/

EAN-Code:

9783320023867
Schlagwörter: Haiti, Revolution, Sklaverei, Toussaint
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Rezensionen
Umschlag

Die schwarzen Jakobiner. Toussaint Louverture und die Haitianische Revolution (englisch The Black Jacobins) ist die 1938 in London erschienene Geschichte der Revolution von Saint-Domingue von C. L. R. James. Sie erzählt, wie Versklavte die Jakobiner bei ihrem Wort nahmen und 1804 den ersten schwarzen Staat der Moderne erzwangen. Die Angaben beziehen sich auf die deutsche Ausgabe von 2021 bei Dietz und b_books.

Inhalt

James schreibt die Haitianische Revolution nicht als Kolonialunruhe und nicht als Blutrausch, sondern als Politik. Saint-Domingue war am Ende des 18. Jahrhunderts die reichste Kolonie der Franzosen: Zucker, Kaffee, ein Apparat aus Plantagen, Peitsche und Code Noir, der die Insel zur Fabrik machte. Die Herren predigten Freiheit in Paris und hielten Menschen als Inventar. Als die Französische Revolution die Rechte des Menschen ausrief, hörten das in Le Cap und auf den Feldern Leute, für die dieser Satz keine Metapher war. 1791 brannte der Norden; aus Maroons, Haussklaven und Feldarbeitern wurde eine Armee. James besteht darauf, dass diese Menge wusste, was sie tat. Die Zuckerinsel war keine wilde Peripherie, sie war der modernste Kapitalismus ihrer Zeit, und genau deshalb konnte hier eine Revolution entstehen, die Europa bei seinen Grundsätzen packte.

Im Zentrum steht Toussaint Louverture, als Sklave geboren, lesekundig, ein Organisator, der aus dem Aufstand einen Staat formte. James gibt ihm Größe, ohne ihn zu heiligen. Toussaint denkt in den Kategorien der Jakobiner, verhandelt mit Frankreich, Spanien und England, diszipliniert die eigenen Truppen, hält an der Plantagenwirtschaft fest, weil er den neuen Staat ernähren will, und unterschätzt zuletzt den Bruch mit Paris. Bonaparte schickt ein Heer, Toussaint stirbt 1803 in einem Fort des Jura; Jean-Jacques Dessalines führt den Krieg zu Ende und ruft 1804 Haiti aus. Das ist bei James keine Biographie mit Schlachtenanhang. Die Masse bleibt das Subjekt: ohne sie kein Toussaint, mit ihr eine Politik, die Freiheit nicht als Gabe der Metropole nimmt. James hat in Pariser Archiven gelesen, mit haitianischen Offiziersgeschichten gearbeitet und die militärischen Gänge so genau erzählt, dass das Buch lange als Standard der Ereignisgeschichte diente, obwohl es ein marxistisches Argument trägt.

Das Argument lautet: Die Sklaven von Saint-Domingue waren eine Klasse, nicht eine Rasse im Sinn der Herrenideologie. Ihre Revolution gehört in dieselbe Geschichte wie Paris 1789, nicht in die Völkerkunde. James schreibt gegen die weiße Legende, Haiti sei ein Gemetzel ohne Gedanken gewesen, und gegen die schwarze Legende, die nur Helden kennt. Die Tragik Toussaints liegt darin, dass er Frankreich treu bleiben wollte, während Frankreich die Sklaverei wieder einführte. Die Ausgabe von 1963 fügte einen Anhang an, der die Linie nach Kuba und in die Karibik der Unabhängigkeit zog. Das Buch ist erzählt, polemisch, genau in den Feldzügen und parteilich in der Wahl des Standorts: unten, auf der Plantage, nicht auf dem Balkon der Philanthropen.

Einordnung

Fünfundzwanzig Jahre vor E. P. Thompsons Die Entstehung der englischen Arbeiterklasse schreibt James eine Geschichte von unten, und die unten sind Versklavte. Neben Aimé Césaires Über den Kolonialismus – der die Zivilisationslüge ohrfeigt – steht dies als die Erzählung, die der Lüge die Tat entgegenhält. Frantz Fanon hat später die Gewalt der Befreiung theoretisiert; James hat sie als haitianische Staatsgründung datiert. Die Geschichtswissenschaft hat das Buch lange als Außenseiter gehalten und dann zum Gründungstext einer atlantischen Geschichte gemacht. In Bücher, die den Kolonialismus umschrieben steht es am Anfang der Reihe, vor Césaires Ohrfeige. Wer die Französische Revolution ohne Saint-Domingue liest, hat die Gleichheit nur dort verfolgt, wo sie den Herren nichts kostete. Wer Haiti nur als Sonderfall der Karibik führt, hat James’ Pointe verkehrt: die Kolonie war das Zentrum der Epoche.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.