Die Wellen

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Wellen
Autor(en): Virginia Woolf
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie: Fischer Klassik
Erscheinungsjahr: 1931
Seitenanzahl: 288 Seiten
Originaltitel: The Waves
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3596906431
ISBN-13/

EAN-Code:

9783596906437
Schlagwörter: Stimmen, Zeit, Freundschaft, Meer
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Die Wellen ist der 1931 bei der Hogarth Press erschienene Roman von Virginia Woolf, im Original The Waves. Sechs Stimmen sprechen ein Leben lang, von der Kindheit bis ins Alter, und zwischen ihren Episoden steht zehnmal der Tag an einem Küstenstrich, von der Morgendämmerung bis zum Abend, in kursiver Prosa, deren Schaumkronen manchmal Krieger mit Turban sind. Woolf hat nach Mrs Dalloway und Zum Leuchtturm das Experiment am weitesten getrieben: kaum Fabel, kaum Dialog, ein Chor der Einsamkeit. Manche halten das Buch für ihr Meisterwerk, manche für den Punkt, an dem der Roman aufhört, Roman zu sein. Es bleibt das Werk, in dem sie einer eigenen Erzählweise am nächsten kam und die Leser am weitesten allein ließ.

Inhalt

Bernard, Neville, Louis, Jinny, Susan und Rhoda sind als Kinder beisammen, am selben Ort, ohne wirklich aneinander teilzuhaben. Jede Äußerung beginnt stereotyp: sagte Bernard, sagte Susan. Die Sprache der Kinder gleicht schon der der Erwachsenen; was sich ändert, sind die Bilder. Louis trägt den Makel einer anderen Herkunft, den australischen Akzent, den der Text nennt, nicht nachahmt. Susan will den Hof und die Kinder. Jinny will den Körper in Gesellschaft. Rhoda fürchtet die Welt und zieht sich zurück. Neville liebt die strenge Form und den Freund. Bernard will das Leben in Geschichten fassen, mit einem Faden durch die Bruchstücke, und merkt später, dass das Leben sich so vielleicht nicht behandeln lässt.

Der stumme siebte ist Percival, geliebt von allen, ohne eigene Rede. Er fällt in Indien vom Pferd und stirbt. Der Tod ordnet die Freunde neu, ohne sie zu vereinen. Die Episoden führen auseinander: England, Rom, Spanien, Afrika am Horizont. Louis arbeitet, Bernard heiratet, Susan gebiert, Jinny altert in Gesellschaften, Rhoda hält die Einsamkeit nicht und nimmt sich das Leben. Die Freundschaft bleibt Sehnsucht nach Verschmelzung und seltene kurze Glücksmomente. Manche Leser sehen in den Sechs Facetten eines einzigen Ich; der Text erlaubt das, ohne es zu beweisen. Weibliche Stimmen kreisen um Weltgenuss, Weltangst, Weltabwendung, männliche um Fantasie, Disziplin, Broterwerb – zu grob als Schema, als Tendenz hörbar.

Am Ende bleibt Bernard. Ihm gehören das erste und das letzte Wort der Episoden. In einem langen Monolog gegen den Tod sammelt er die Freunde, die Geschichten, den Alltag, in dem Dienstag auf Montag folgt. Er reitet dem Tod entgegen, unbesiegt und ungebeugt, wissend, dass Percival so fiel. Das letzte Zwischenspiel ist ein Satz: Die Wellen brechen sich am Strand. Der eine Tag der Küste, das Jahr, das Leben der Sechs schwingen in demselben Rhythmus von Weitung und Enge. Die Natur der Zwischenspiele ist nicht Kulisse; sie greift ein, wie schon im Mittelteil von Zum Leuchtturm die Zeit das Haus nimmt. Was die Figuren tun, tritt hinter dem zurück, was sie wahrnehmen. Handlung wird Selbstgespräch.

Einordnung

Woolf hat den Bewusstseinsstrom nicht wie James Joyce im Ulysses zur Eigenheit der Einzelstimme geöffnet, sondern streng, logisch, in einem gemeinsamen Satzbau gehalten, der die Stimmen unterscheidet und verbindet. Die Komposition aus Zwischenspiel und Episode ist das eigentliche Ereignis: Wiederholung mit Veränderung, Meer gegen Ich. Neben Orlando, dem heiteren Spiel mit Geschlecht und Jahrhunderten, und neben Mrs Dalloway, dem einen Londoner Tag, ist Die Wellen das kälteste und musikalischste der großen Bücher. Zeitgenossen spalteten sich in solche, die ein einzigartiges Meisterwerk lasen, und solche, die einen gekünstelten Trick sahen; die Spaltung hält an, nur höflicher.

Die deutsche Übersetzung von Maria Bosse-Sporleder steht in Klaus Reicherts Werkausgabe und als Fischer Klassik. Woolf starb 1941; der englische Text ist in Deutschland gemeinfrei. Wer nach ihr über Zeit und Ich spricht, kommt an diesem Chor nicht vorbei: nicht weil er unterhielte, sondern weil er zeigt, dass sechs Leben eine Welle sein können und trotzdem jedes allein bricht. Die angegebene Ausgabe folgt der Übersetzung aus dem Englischen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.