Der Sturm

William Shakespeare · 1611 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Der Sturm
Autor(en): William Shakespeare
Originaltitel: The Tempest
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1611
Schlagwörter: Insel, Zauber, Vergebung, Herrschaft
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 101 Seiten
ISBN: 9783150000465
Verweise


Der Sturm ist das 1611 am Hof aufgeführte Stück von William Shakespeare, oft als sein Abschied von der Bühne gelesen. Prospero hat Herzogtum und Bücher, eine Insel, einen Luftgeist und einen Knecht. Er lässt den Sturm kommen und am Ende die Zauberstäbe zerbrechen.

Inhalt

Vor zwölf Jahren wurde Prospero, Herzog von Mailand, von seinem Bruder Antonio entmachtet und mit der kleinen Miranda ausgesetzt. Gonzalo rettete ihnen Vorrat und Bücher. Auf der Insel hat Prospero den Luftgeist Ariel aus einem Baum befreit und Caliban, den Sohn der Hexe Sycorax, zum Holzknecht gemacht, nachdem der Miranda nachstellte. Der Sturm wirft die Mailänder und Neapolitaner an den Strand: den König Alonso, der die Vertreibung deckte, den Sohn Ferdinand, den Bruder Antonio, den trunkenen Stephano. Prospero sieht zu. Die Insel ist seine Bühne, Ariel sein Apparat.

Ferdinand und Miranda finden einander unter Aufsicht; Prospero stellt Proben an, als hätte die Liebe ein Amt. Antonio und der Bruder des Königs planen einen neuen Mord im Schlaf und werden von Ariel gestellt. Caliban verbündet sich mit den Trunkenen, um Prospero zu töten und Stephano zum Herrn zu machen; die Verschwörung ist grob und ernst, weil sie die Herrschaft beim Namen nennt: Wer die Insel hat, hat die anderen. Ariel führt die Höflinge durch Stimmen, Mahle, die Harpyie, die Erinnerung an die Schuld. Prospero könnte Rache nehmen. Er hält Gericht und wählt Vergebung – nicht aus Milde allein, sondern weil er die Geister noch beherrscht und sie loslassen will, bevor die Macht ihn selbst festhält.

Er gibt Miranda dem Ferdinand, zeigt den Vätern das Schachspiel der Kinder, kleidet sich wieder als Herzog, entlässt Ariel, nimmt Caliban ins Haus zurück, soweit ein Haus das trägt. Der Epilog bittet das Publikum um Beifall als um Freilassung. Ob Caliban damit frei ist, bleibt die offene Stelle des Stücks. Die Insel war nie unbewohnt; Sycorax war vor Prospero da, Caliban behauptet das Anrecht, Prospero behauptet die Bildung. Der Sturm, der das Stück eröffnet, ist gemacht. Am Ende soll Mailand wieder Ordnung sein. Die Bücher will Prospero ertränken. Das klingt nach Abschied und bleibt ein Satz auf einer Bühne, die weitergespielt haben will.

Einordnung

Shakespeare hat ins letzte Stück die Herrschaft selbst gelegt: Zauber als Verwaltung, Vergebung als Vorrecht dessen, der noch strafen könnte. Neben Ein Sommernachtstraum ist Der Sturm die andere Insel der Geister; dort der Wald als Verwirrung, hier die Zelle als Staat. Koloniale Lesarten haben Caliban zum Enteigneten gemacht und Prospero zum Herrn der Karten – das Stück gibt ihnen Sätze und widerspricht ihnen, weil Caliban auch der Vergewaltiger bleibt und Ariel die Freiheit will, nicht die Insel. Das Leben ein Traum sperrt den Prinzen, bis er herrschen lernt; Prospero hat geherrscht und lernt das Loslassen. Faust will den Augenblick halten; Prospero bricht den Stab. Warten auf Godot hat keinen Magier mehr, der den Sturm anstellt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.