Catherine Keller (geb. 1953), in den Vereinigten Staaten aufgewachsen und an der Drew University in New Jersey lehrend, hat die christliche Endzeiterwartung als politisches Muster lesbar gemacht. Apokalypse jetzt und damals und Gott und Macht nennen das Gegenwort: Konter-Apokalypse, ein Lesen, das die Offenbarung nicht verwirft und nicht wörtlich nimmt.
Leben
Unstete Kindheit, Theologie in Heidelberg, das Seminar in St. Louis, die Promotion 1984 in Claremont bei John B. Cobb, im Umkreis der Prozesstheologie Alfred North Whiteheads. Der Umweg ist dieser Gottesbegriff ohne unbewegten Beweger: Beziehung statt Allmacht, Werden statt Verfügung. Nach kurzer Lehre in Cincinnati bleibt sie an der Drew University, methodistisch, feministisch, erdpolitisch. Sie schreibt auf Englisch; eine deutsche Gesamtaufnahme fehlt.
Wirkung
Keller hat gezeigt, dass man der Apokalypse nicht entkommt, indem man sie leugnet, und ihr nicht dient, indem man sie wörtlich nimmt. Evangelikaler Chiliasmus und säkulare Anti-Apokalypse wiederholen dasselbe Gut-Böse-Muster. Die Konter-Apokalypse will die Bilder brauchen, ohne das Weltende zu wollen: gegen Präventivkrieg, Imperium und die Theologie, die keine Zukunft offenlässt. Jürgen Moltmanns Eschatologie liest sie ernst und spöttisch.
Die amerikanische Debatte um Religion und Krieg nach 2001 hat die Aufsätze zitierbar gemacht; im Deutschen wirkten vor allem einzelne Texte und die spätere Erdtheologie. Wer Keller nur als Feministin der Offenbarung nimmt, unterschlägt die Metaphysik der Beziehung. Wer nur den Prozess denkt, unterschlägt, dass bei ihr die Tiere und Huren der Johannesoffenbarung politische Traumarbeit sind. Die Konter-Apokalypse bleibt ihr Arbeitswort.
Werke
- Apokalypse jetzt und damals (1996)
- Gott und Macht (2005)
In Auswahl außerdem: Face of the Deep, Über das Geheimnis, Politische Theologie der Erde.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.