Sophie von La Roche (1730–1807), in Kaufbeuren als Sophie Gutermann geboren, hat den ersten deutschsprachigen Roman einer Frau geschrieben, der ein großes Publikum fand. Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim von 1771 schickt die tugendhafte Sophie an den Hof, lässt sie Madam Leidens werden und findet spät eine Ehe, die der Roman als Lohn der Haltung erzählt.
Leben
Augsburg, die Verlobung mit Christoph Martin Wieland, die Ehe mit Georg Michael Frank La Roche, Warthausen, Ehrenbreitstein, Speyer, zuletzt Offenbach: Der Umweg ist Wielands Vorrede, die das Buch 1771 als Lektüre für Frauen etikettierte und ihm den Weg bahnte, den es ohne Hüterstimme vielleicht schwerer gefunden hätte. La Roche gab die Zeitschrift Pomona heraus, empfing, korrespondierte; Bettina und Clemens Brentano sind Enkel. Sie starb in Offenbach.
Wirkung
La Roche hat den englischen Briefroman ins Deutsche geholt und die Heldin nicht nur prüfen, sondern auch irren lassen. Tugend schützt nicht vor dem Schein; gerade die Empfindsame wird betrogen, weil sie Güte erwartet. Das Buch begründete eine Leserschaft von Frauen des Bürgertums und einen Gattungsnamen, den Wielands Vorrede festschrieb, so nützlich und so einengend er war. Johann Wolfgang von Goethe hat die Sternheim gerühmt, ehe andere Frauenbilder folgten; die Empfindsamkeit der siebziger Jahre ist ohne diesen Band ärmer.
Kanonisch und trotzdem weniger gelesen als die Männerromane derselben Jahrzehnte: Reclam hält den Text, die Lehre vom Hof als System bleibt. Die häusliche Utopie des Schlusses ist Trost und Grenze – Autonomie im Rahmen der Ehe, die Derby verweigerte und Seymour gewährt. Wer La Roche nur als Vorläuferin der Romantik nimmt, unterschlägt die Erzählerin, die Täuschung als Form braucht. Wer nur den empfindsamen Frauenroman rettet, unterschlägt, dass Madam Leidens werden musste, um Sophie zu bleiben.
Werke
In Auswahl außerdem: Rosaliens Briefe, Erscheinungen am See Oneida, Mein Schreibtisch.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.