Autor:Christoph Martin Wieland
Christoph Martin Wieland (1733–1813), im Pfarrhaus von Oberholzheim bei Biberach geboren und in Weimar gestorben, hat der deutschen Aufklärung das Weltbürgertum als Haltung der Vernunft formuliert, nicht als Verschwörung. Das Geheimnis des Kosmopoliten-Ordens von 1788 gibt sich als Enthüllung und entzieht dem Geheimnis den Boden: Die Weltbürger haben keines.
Leben
Pfarrerssohn, Klosterschule, Tübingen, Zürich bei Bodmer, die Kanzlei in Biberach, Philosophie in Erfurt, 1772 der Ruf der Herzogin Anna Amalia: Erzieher des Erbprinzen Karl August in Weimar. Der Umweg ist diese höfische Mitte – Freimaurer, Herausgeber des Teutschen Merkur, Übersetzer Shakespeares –, aus der er 1788 in den Streit um Illuminaten und Vaterlandsverräter eingriff. Gut in Oßmannstedt, Rückkehr in die Stadt. Er starb in Weimar, lebensfroh bis zuletzt.
Wirkung
Wieland hat Kosmopolit und Geheimbündler getrennt. Ein Eid, der einen Staat im Staate erzeugt, kann nicht aufklärerisch sein; der wahre Weltbürger bleibt dem Gemeinwesen verpflichtet, in dem er lebt, und denkt sich zugleich als Bürger einer größeren Menschheit. Gegen den bornierten Lokalpatriotismus der Abderiten und gegen die wohlmeinende Elite, die lenken will, ohne öffentlich zu stehen. Das Maß ist die freie Rede.
Die Nachwelt hat ihn hinter Goethe und Schiller zurückgesetzt, als Rokoko vor der Klassik. Die Romane – Agathon, Oberon, die Abderiten – trugen länger als die kleine Abhandlung, die im Weltbürgerstreit um 1800 steht. Wer Wieland nur als leichten Erzähler nimmt, unterschlägt den Moralisten des Merkur. Wer nur den Kosmopoliten rettet, unterschlägt, dass er Reform der Umwälzung vorzog und den Hof nicht verließ.
Werke
In Auswahl außerdem: Geschichte des Agathon, Oberon, Geschichte der Abderiten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.