Autor:Henrik Ibsen

1828 1906
Dramatiker · Literatur · Gesellschaft · 19./20. Jahrhundert
LiteraturGesellschaft


Henrik Ibsen, in Skien geboren, hat dem bürgerlichen Zimmer die Sprengkraft gegeben. Nora oder Ein Puppenheim lässt eine Frau die Tür hinter der Ehe zumachen; das Geräusch hat das europäische Theater nicht wieder verlassen.

Leben

Kaufmannshaus, das in Schulden fiel, Lehre in der Apotheke, dann die norwegischen Bühnen in Bergen und Christiania, die ihm das Handwerk zeigten und die Enge. 1864 ging er nach Italien, später nach Deutschland, und blieb fast drei Jahrzehnte draußen: Peer Gynt, die Gesellschaftsstücke, der Ruhm, der in den Hauptstädten lauter war als in der Heimat. 1891 kehrte er nach Kristiania zurück. Der Umweg über das Ausland ist das Werk: Wer Norwegen von Rom aus schreibt, sieht die Stube als Falle. Nach Schlaganfällen starb er in der Wohnung; »Im Gegenteil« sollen die letzten Worte gewesen sein.

Wirkung

Ibsen hat das Trauerspiel aus dem Palast in das Wohnzimmer geholt und die Ehe zur öffentlichen Frage gemacht. Nora geht; Dr. Stockmann hält der Mehrheit die verseuchten Bäder entgegen; Hedda Gabler schießt, weil das Leben ihr zu klein geschnitten ist. Das naturalistische Gesellschaftsstück beginnt hier nicht als Milieuschilderung, sondern als Probe: was eine Figur tun darf, wenn die Sitte das Haus zusammenhält. Georg Brandes hat ihn früh gelesen; Europa hat nachgespielt.

Man hat ihn zum Propheten der Frauenbefreiung gemacht und zum kalten Sezierer der Bürgerlichkeit. Beides sitzt, und beides verkürzt. Die späten Stücke – Baumeister Solness, Wenn wir Toten erwachen – lassen die These hinter sich und behalten die Angst. Wer Ibsen nur als Lehrstück nimmt, hat den Türschlag gehört und den Satz davor nicht.

Werke

In Auswahl außerdem: Gespenster, Die Wildente, Baumeister Solness.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.