Ein Volksfeind

Henrik Ibsen · 1882 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Ein Volksfeind
Autor(en): Henrik Ibsen
Originaltitel: En folkefiende
Originalsprache: norwegisch
Erstveröffentlichung: 1882
Schlagwörter: Mehrheit, Wahrheit, Bäder, Stadt
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 133 Seiten
ISBN: 9783150017029
Verweise


Ein Volksfeind (norwegisch En folkefiende) ist das Schauspiel von Henrik Ibsen, 1882 erschienen und 1883 uraufgeführt. Ein Arzt findet, dass die Heilbäder der Stadt vergiftet sind; die Stadt findet, dass der Arzt der Feind ist.

Inhalt

Tomas Stockmann ist Badearzt in einer Küstenstadt, die vom Kurbetrieb lebt. Die Untersuchung des Wassers ergibt: die Leitungen führen Krankheitsstoff, die Quellen sind verseucht, das Heilbad macht krank. Stockmann will die Wahrheit gedruckt und die Anlage saniert sehen. Sein Bruder Peter, der Bürgermeister, denkt an die Kosten, an die Steuern, an den Ruf. Die Zeitung, die zuerst mitjubelt, schwenkt, sobald Anzeigen und Mehrheit drohen. Ibsen baut keine Heldenbahn; er baut eine Stadt, in der jedes Amt denselben Satz spricht: Die Wahrheit sei richtig, aber nicht jetzt, nicht so, nicht auf unsere Kosten.

Die Volksversammlung ist die Mitte des Stücks. Stockmann kommt als Aufklärer und geht als Feind. Man lässt ihn nicht über die Bäder reden; man lässt ihn über die Mehrheit reden, und er tut es. Die kompakte Mehrheit, sagt er, sei die gefährlichste Feindin der Wahrheit; die Dummheit sei organisiert, die Einsicht einzeln. Der Saal brüllt ihn nieder, die Fenster seiner Wohnung fliegen, die Tochter verliert die Stelle, der Schwiegervater hält das Aktienpaket als Hebel. Stockmann könnte nachgeben, mildern, eine Kommission hinnehmen. Er tut es nicht. Der Satz, der bleibt, lautet: Der Stärkste ist, wer allein steht.

Am Ende bleibt die Familie in der zerstörten Stube. Stockmann will eine Schule für Straßenjungen, keine Flucht. Ob er recht hat mit den Bädern, ist im Stück kaum noch die Frage; die Frage ist, was eine Gemeinde mit der Wahrheit anfängt, wenn die Wahrheit das Geschäft trifft. Ibsen lässt den Arzt nicht unfehlbar: Der Ton wird schrill, die Verachtung der Menge ist eitel und wahr zugleich. Die Stadt hat ihren Feind, und der Feind hat seine Einsicht. Eine Versöhnung ist nicht vorgesehen.

Einordnung

Das Stück ist keine Feier des einsamen Gerechten, sondern die Probe auf die Mehrheit. Ibsen hat nach Nora und Gespenster die Stadt geschrieben, die sich selbst belügt, weil sie leben will. Neben den Räubern steht Stockmann als Aufrührer ohne Bande: Er hat keine Wälder, nur eine Versammlung, die ihn ausstößt. Wer das Stück zur bloßen Anklage gegen Korruption macht, unterschlägt, dass Stockmann die Demokratie selbst für dumm erklärt – und dass Ibsen ihm diesen Satz nicht als Lehre abnimmt, sondern als Gefahr vorführt. Die Bäder sind das Bild; der Streit gilt der Wahrheit, die nichts kostet, bis sie etwas kostet.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.