Verlag:Klostermann
Klostermann, 1930 in Frankfurt am Main von Vittorio Klostermann gegründet, ist der philosophische Verlag Martin Heideggers. Die Gesamtausgabe, die Freiburger Vorlesungen, der Brief über den »Humanismus«: ohne dieses Haus hätte die deutsche Nachkriegsphilosophie eine andere Adresse. Klein, unabhängig, an die Universität gebunden, ohne Literaturprogramm.
Geschichte
Klostermann kam von der Bonner Universitätsbuchhandlung Friedrich Cohen und machte in Frankfurt ein Haus für die Marburger und Freiburger Phänomenologie. Der Umweg ist Heidegger als Berater: aus einem jungen Verleger wurde der Dauerort eines Denkens, das 1933 nicht unschuldig war und nach 1945 trotzdem kanonisch wurde. Gadamer, Lipps, Eugen Fink, später die Heidegger-Gesamtausgabe – das Programm blieb geisteswissenschaftlich, genau, teuer. Die Söhne führten weiter; Anastasia Urban kam hinzu. Es ist ein Familienverlag geblieben, während andere philosophische Häuser in Gruppen verschwanden.
Werke und Autoren
Martin Heideggers Was ist Metaphysik? und der Brief über den »Humanismus« haben hier ihre Erst- und Daueradresse; wer Heidegger auf Deutsch zitiert, zitiert oft Klostermann, auch wo Taschenbücher woanders liegen. Arnold Gehlens Moral und Hypermoral zeigt die andere, unbequeme Linie: philosophische Anthropologie, Institution, der Vorwurf der Hypermoral an die Nachkriegsrepublik. Das Haus hält nicht die Breite Suhrkamps und nicht die Schulausgabe Meiners; es hält den Text, der eine Schule begründet hat, mit allen Lasten dieser Begründung.
Ausrichtung
Klostermann will Philosophie als Werkausgabe, nicht als Zeitdiagnose. Phänomenologie, Hermeneutik, das schwere Buch der Freiburger Tradition. Keine Romane, selten das Streitbuch der Woche. Der Vorwurf, das Haus sei Heidegger-Verlag, trifft zu und ist die Leistung. Wer Vielfalt sucht, sucht Suhrkamp. Wer die Stelle sucht, an der Sein und Zeit zur Institution wurden, sucht Frankfurt, dieses Schild.
Würdigung
Im deutschen Sprachraum ist Klostermann der Verlag, ohne den Heidegger nicht in der Form vorläge, in der er gelesen, übersetzt und angeklagt wird. Das ist keine Entlastung; es ist eine buchgeschichtliche Tatsache. Wer nur die Literaturverlage kennt, unterschlägt, wo die schwerste deutsche Philosophie des Jahrhunderts ihre Hausadresse hatte. Wer sie nur als Anklage kennt, hat den Humanismus-Brief nicht als Verlagswerk gesehen.
Wichtigste verlegte Werke
Auswahl nach dem Jahr der Erstausgabe, soweit die Bookpedia den Titel führt:
- Was ist Metaphysik? (1929)
- Brief über den »Humanismus« (1947)
- Moral und Hypermoral (1969)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.