Verlag:Duncker & Humblot

Duncker & Humblot, 1798 in Berlin als Verlagsbuchhandlung begründet und seit 1809 unter diesem Namen, ist der wissenschaftliche Verlag des Staates, des Rechts und der Nationalökonomie. Carl Schmitts Der Begriff des Politischen und die Verfassungslehre, John Maynard Keynes’ Allgemeine Theorie in der deutschen Ausgabe, Joseph Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung: das Haus hat Begriffe geliefert, mit denen Politik gemacht und gerechtfertigt wurde. Unabhängig, berlinisch, ohne Literaturprogramm.

Geschichte

Heinrich Frölich begann mit dem Athenäum der Brüder Schlegel; Carl Duncker und Peter Humblot gaben dem Haus den Namen. Der Umweg ist Leipzig, dann wieder Berlin: im neunzehnten Jahrhundert die historische und staatswissenschaftliche Reihe, im zwanzigsten Ludwig Feuchtwanger als wissenschaftlicher Leiter, der Keynes und Schumpeter holte, bis die Nationalsozialisten ihn vertrieben. Johannes Broermann rettete den Verlag durch Krieg und Lizenzzeit; die Neue Deutsche Biographie wurde zur Daueraufgabe. Die Familie Simon führt das Haus. Es ist älter als die Republik und hat allen ihren Staatslehren Papier gegeben.

Werke und Autoren

Schmitts Verfassungslehre, der Begriff des Politischen und die Theorie des Partisanen gehören in diese Geschichte, ohne sie zu entschuldigen: Freund und Feind, Ausnahme, der Partisan als Figur des zwanzigsten Jahrhunderts sind hier zuerst als deutsche Verlagsware festgesetzt worden. Rudolf Smends Verfassung und Verfassungsrecht steht daneben als Gegenposition derselben Staatsrechtslehre. Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Keynes’ Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes – Innovation, Nachfrage, der Staat, der eingreift: Duncker & Humblot hat die Sprache der Ökonomie gehalten, bevor sie englisch wurde. Es ist kein Ort der Erzählung; es ist der Ort, an dem das Politische juristisch wurde.

Ausrichtung

Duncker & Humblot will Rechts-, Wirtschafts- und Staatswissenschaft als zitierbaren Bestand. Keine Romane, keine gelbe Reihe, selten das Zeitbuch. Der Wahlspruch Vincit Veritas ist Anspruch und Selbstbewusstsein; die Schmitt-Ausgabe bleibt die Probe, ob Wahrheit hier nur der Stärkere ist. Der Vorwurf, das Haus habe der konservativen Staatslehre eine Heimat gegeben, trifft die Geschichte. Die Stärke ist dieselbe Geschichte: ohne dieses Schild fehlten Smend, Keynes auf Deutsch und der Apparat, in dem Schmitt widersprochen werden kann.

Würdigung

Im deutschen Sprachraum ist Duncker & Humblot der Verlag, an dem sich ablesen lässt, was Staatswissenschaft kosten kann. Schmitt hat hier Begriffe geschärft, die Verfolgung und Ausnahme denkbar machten; Smend, Keynes und Schumpeter haben dasselbe Schild für Verfassung, Nachfrage und Entwicklung genutzt. Wer nur die Literaturverlage kennt, unterschlägt, wo die Republik ihre juristische Sprache herholt. Wer nur Schmitt kennt, kennt die Gefahr, nicht den ganzen Katalog.

Wichtigste verlegte Werke

Auswahl nach dem Jahr der Erstausgabe, soweit die Bookpedia den Titel führt:

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.